# Solar-Akquise: freie Dachflächen finden, statt Klinken zu putzen

_Wie Photovoltaik-Betriebe über Solardaten genau die Häuser ansprechen, deren Dach sich rechnet_

Quelle: https://postry.de/ratgeber/solar-akquise-daecher-finden
Herausgeber: Postry (https://postry.de)
Autor: Auftragsscan Redaktion
Themenwelt: Solar & Photovoltaik
Veröffentlicht: 2026-09-11
Aktualisiert: 2026-09-11
Sprache: de-DE
Zitieren erlaubt mit Quellenangabe und Link.

## Das Wichtigste
- Statt ganze Straßen zu bewerben, filtern Sie Dächer nach Fläche, Ausrichtung, Verschattung und fehlender Anlage. Der Brief nennt dann eine konkrete Jahres-Ertragszahl – das ist der Grund, warum Eigentümer zurückrufen.

## Kennzahlen
- Typischer Auftragswert: 12.000 – 30.000 €
- Mindestdachfläche: ab 40 m²
- Beste Ausrichtung: Südost bis Südwest

## Warum Streuwerbung bei Solar nicht mehr funktioniert

Photovoltaik ist ein Verdrängungsmarkt geworden. Wer heute 5.000 gleiche Flyer in eine Stadt verteilt, zahlt für 4.900 Haushalte mit ungeeignetem Dach mit. Die Alternative ist nicht mehr Werbung, sondern Auswahl: Sie sprechen nur die Adressen an, deren Dach sich rechnerisch trägt.

## Welche Merkmale ein gutes Solardach ausmachen

Vier Merkmale entscheiden, ob eine Adresse überhaupt in die Liste gehört:

1. **Nutzbare Dachfläche** ab etwa 40 Quadratmetern zusammenhängender Fläche.
2. **Ausrichtung** zwischen Südost und Südwest; Ost-West-Dächer sind zweite Wahl, aber rechenbar.
3. **Verschattung** durch Bäume, Nachbargiebel oder Gauben – dauerhaft verschattete Flächen fliegen raus.
4. **Keine bestehende Anlage**, erkennbar an fehlenden Modulflächen im aktuellen Luftbild.

## Woher die Daten kommen

Sie brauchen kein eigenes Vermessungsteam. Nutzbar sind Gebäudeumrisse aus OpenStreetMap und amtlichen Geobasisdaten, die Solarkataster der Länder und Kommunen sowie die Google Solar API, die Dachsegmente inklusive Neigung, Ausrichtung und Verschattungsprofil liefert. Aus diesen Quellen entsteht je Adresse eine Objektakte mit Fläche, Ausrichtung und erwartetem Jahresertrag.

## Vom Datensatz zum Brief

Der entscheidende Schritt ist die Übersetzung der Zahl in einen Satz, den ein Eigentümer versteht. „Ihr Dach liefert rechnerisch 9.400 kWh im Jahr“ wirkt, weil es überprüfbar klingt und den Empfänger persönlich betrifft. Ergänzen Sie das Luftbild des eigenen Hauses und einen QR-Code, der auf eine Seite mit der Ertragsrechnung führt.

### Aufbau eines Briefs, der Reaktionen bringt

- Betreffzeile mit Straße und Ertragszahl
- Zwei Sätze, wie die Zahl entstanden ist
- Ersparnis pro Jahr in Euro, konservativ gerechnet
- Ein einziger Handlungsaufruf: QR-Code scannen oder anrufen
- Rückrufnummer groß, nicht im Kleingedruckten

## Was Sie rechnen sollten, bevor Sie drucken

Rechnen Sie jede Kampagne bis zum Auftrag durch: 500 Briefe zu 1,80 Euro sind 900 Euro. Bei 4 Prozent Reaktion, 50 Prozent Terminquote und 40 Prozent Abschluss ergeben sich vier Aufträge. Bei Anlagenpreisen ab 12.000 Euro liegt der Werbekostenanteil im Promillebereich – vorausgesetzt, die Liste ist gefiltert.

## Rechtliche Grenzen, die Sie kennen müssen

Eigentümernamen sind nicht öffentlich; das Grundbuch ist kein offenes Register. Sie schreiben deshalb adressiert an den Haushalt, nicht namentlich an den Eigentümer. Luftbilder verwenden Sie nur im Rahmen der Lizenz der jeweiligen Quelle, und KI-Einschätzungen zum Dachzustand kennzeichnen Sie als Hinweis, nicht als Gutachten.

## Der Ablauf in der Praxis

Gebiet festlegen, Filter setzen, Trefferliste prüfen, Brief mit QR-Code erzeugen, versenden, Reaktionen im System bearbeiten. Wichtig ist der letzte Schritt: Wer auf einen Scan nicht innerhalb von 24 Stunden reagiert, verliert den Kontakt an den Wettbewerber, der schneller zurückruft.

## Entitäten
Photovoltaik, Solarkataster, Google Solar API, OpenStreetMap, Briefwerbung
