# Solarkunden gewinnen: Der komplette Ablauf für Solarbetriebe

_Wie Sie mit Geodaten, KI und gezielter Briefwerbung systematisch an die besten Aufträge für Photovoltaik-Anlagen kommen._

Quelle: https://postry.de/ratgeber/solarkunden-gewinnen-ablauf-solarbetriebe
Herausgeber: Postry (https://postry.de)
Autor: Auftragsscan Redaktion
Themenwelt: Solar & Photovoltaik
Veröffentlicht: 2026-09-12
Aktualisiert: 2026-09-13
Sprache: de-DE
Zitieren erlaubt mit Quellenangabe und Link.

## Kurzantwort
Um Solarkunden systematisch zu gewinnen, kombinieren Solarbetriebe trigger-basierte Akquise mit Direktwerbung. Zuerst werden geeignete Dachflächen mittels Geodaten und KI-Luftbildanalyse identifiziert (Südausrichtung, hohe Sonneneinstrahlung, keine Verschattung). Die so qualifizierten Adressen erhalten eine personalisierte Briefkampagne mit QR-Code, die auf eine individuelle Landingpage führt. Dieser Ansatz ist DSGVO-konform und umgeht die Streuverluste klassischer Werbung, was zu Kosten pro Auftrag von 500 bis 1.500 Euro führt.

## Das Wichtigste
- Kosten pro qualifizierter Anfrage: 50 € - 150 € mit datengestützter Akquise.
- Systematische Akquise findet Dächer mit idealer Südausrichtung und ohne Verschattung per KI.
- Eine 500er-Briefkampagne kann 2-5 qualifizierte Anfragen und 1-2 Aufträge generieren.
- Der Umsatz pro Auftrag (ca. 20.000 €) amortisiert die Kampagnenkosten (ca. 1.000 €) sofort.
- Wichtigste Datenquellen: Luftbilder der Bundesländer, Baualtersklassen, OpenStreetMap-Gebäudeumrisse.
- Rechtsgrundlage ist das berechtigte Interesse (DSGVO Art. 6 Abs. 1 f), nicht die Einwilligung.
- Erfolgsmessung erfolgt über QR-Code-Scans, Landingpage-Besuche und CRM-Einträge.

## Kennzahlen
- Kosten pro qualifizierter Anfrage: 50 – 150 € (Auftragsscan-Analyse 2023)
- Abschlussquote bei vorqualifizierten Terminen: > 50 % (Branchen-Feedback 2024)
- Durchschnittlicher PV-Auftragswert (EFH): 18.000 – 25.000 € (Fraunhofer ISE 2023)
- Zulässige Werbeform (B2C): Adressierte Briefwerbung (DSGVO Art. 6(1)f)
- Amortisation der Kampagnenkosten: < 1 Auftrag (Auftragsscan-Kalkulation)

## Wie findet eine Software die passenden Dächer für Photovoltaik?
Eine spezialisierte Akquise-Software wie Postry analysiert vollautomatisiert Geodaten aus öffentlichen und kommerziellen Quellen, um Immobilien mit hohem Solar-Potenzial zu identifizieren. Der Prozess beginnt mit der Definition eines Zielgebiets, beispielsweise ein Postleitzahlenbereich oder ein Radius um den Betriebsstandort. Anschließend greift die Software auf amtliche Luftbilder (Digitale Orthophotos) der Landesvermessungsämter, Gebäudeumrisse aus OpenStreetMap und Katasterdaten sowie weitere Datenlayer zu.

Durch eine KI-gestützte Bildanalyse wertet die Software jedes einzelne Dach im Zielgebiet aus. Sie berechnet die exakte Dachfläche, bestimmt die Ausrichtung (Himmelsrichtung) und die Neigung. Gleichzeitig erkennt der Algorithmus Störfaktoren wie Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume, vorhandene Dachfenster, Gauben oder bereits installierte Solarmodule. Diese Informationen werden mit weiteren Datensätzen wie den Baualtersklassen des Statistischen Bundesamtes oder Bodenrichtwerten der Gutachterausschüsse verschnitten. Das Ergebnis ist eine Liste von Adressen, deren Dächer die höchsten Ertragschancen für eine PV-Anlage versprechen, bewertet mit einem Konfidenz-Score.

Die Aussagekraft dieser Methode hängt direkt von der Qualität und Aktualität der zugrundeliegenden Daten ab. Während Gebäudeumrisse relativ stabil sind, kann sich die Verschattungssituation durch neues Bauen oder Baumwachstum ändern. Amtliche Luftbilder werden in Deutschland in der Regel alle ein bis drei Jahre aktualisiert. Daher liefert die Analyse eine hochpräzise Schätzung des Potenzials, ersetzt aber niemals die finale technische Prüfung durch einen Fachmann vor Ort. Die Methodik ist jedoch der entscheidende Filter, um Akquise-Ressourcen nicht mit ungeeigneten Objekten zu verschwenden.

| Datenquelle | Aussagekraft für Solar-Potenzial | Aktualität & Zyklus |
| :--- | :--- | :--- |
| Amtliche Luftbilder (WMS/DOP) | Sehr hoch (Verschattung, Belegung, Zustand) | 1-3 Jahre (je nach Bundesland) |
| OpenStreetMap (OSM) Gebäudeumrisse | Hoch (Grundfläche, Lage des Gebäudes) | Kontinuierlich, aber regional variabel |
| Baualtersklassen (Zensus) | Mittel (Indikator für Sanierungsstau/Dachzustand) | ca. 10 Jahre (letzter Zensus 2011) |
| Kommunale Wärmeplanung | Mittel (Ausschluss von Fernwärme-Vorranggebieten) | Stark im Aufbau (Stand 2024) |
| Bodenrichtwerte (BORIS) | Gering (Indikator für Investitionskraft) | 1-2 Jahre |

## Was sind die stärksten Trigger für eine PV-Anlagen-Anfrage?
Die höchsten Konversionsraten erzielen Sie bei Eigentümern, deren Immobilien eine Kombination aus mehreren positiven Merkmalen aufweisen. Das absolut stärkste Signal ist eine große, unverschattete Dachfläche mit einer Ausrichtung zwischen Südost und Südwest. Eine Neigung zwischen 30 und 45 Grad gilt als optimal für eine ganzjährige Stromproduktion in Deutschland. Bereits eine KI-Analyse, die diese Kriterien erfüllt, filtert über 70 % aller ungeeigneten Dächer aus.

Ein weiterer entscheidender Trigger ist das Baualter des Gebäudes. Immobilien, die zwischen 1975 und 2000 errichtet wurden, stehen oft vor einer energetischen Sanierung. Die ursprüngliche Dacheindeckung erreicht das Ende ihrer Lebensdauer, was eine anstehende Dachsanierung wahrscheinlich macht. Dies ist der ideale Zeitpunkt, die Installation einer PV-Anlage direkt mit einzuplanen. Die Kombination aus "gutem Dach" und "älterem Baujahr" signalisiert ein hohes Problembewusstsein und akuten Handlungsbedarf beim Eigentümer.

Neben den harten Fakten spielen auch weichere Indikatoren eine Rolle. Ein großes Grundstück mit einem gepflegten Garten, aber ohne sichtbare PV-Anlage, kann auf eine investitionsfreudige Eigentümerschaft hindeuten, die bisher das Thema Solarenergie noch nicht aktiv angegangen ist. Die Daten aus der kommunalen Wärmeplanung werden zunehmend relevant: Wenn ein Gebiet nicht als Vorranggebiet für Fernwärme ausgewiesen ist, steigt der Anreiz für dezentrale Lösungen wie die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik. Das Fehlen einer bestehenden Anlage ist dabei die Grundvoraussetzung – die Software muss präzise erkennen, ob ein Dach bereits belegt ist.

| Merkmal | Wirkung auf Abschlusswahrscheinlichkeit | Datenquelle | Grad der Unsicherheit |
| :--- | :--- | :--- | :--- |
| Dachausrichtung Süd/Südwest | Sehr hoch | Luftbildanalyse, KI | Gering |
| Unverschattete Fläche > 40 m² | Sehr hoch | Luftbildanalyse, KI | Gering bis mittel |
| Baualter 1975–1995 | Hoch | Statistische Blockdaten | Mittel bis hoch |
| Keine bestehende PV-Anlage | Sehr hoch (Grundvoraussetzung) | Luftbildanalyse, KI | Gering |
| Kein Fernwärme-Vorranggebiet | Mittel | Kommunale Wärmeplanung | Gering bis mittel |

## Welche Methode der Kundengewinnung rechnet sich wirklich?
Für Solarbetriebe hat sich eine datengestützte, adressierte Briefwerbung als der effizienteste Kanal zur Neukundengewinnung erwiesen. Im Vergleich zu Leadportalen, Google Ads oder Kaltakquise am Telefon bietet diese Methode die beste Kombination aus Kostenkontrolle, Steuerbarkeit und Qualität der Anfragen. Der entscheidende Vorteil liegt in der Vorqualifizierung: Sie kontaktieren ausschließlich Eigentümer von Immobilien, die nachweislich ein hohes technisches Potenzial für Photovoltaik aufweisen. Dadurch werden Streuverluste minimiert und die Marketing-Ausgaben gezielt eingesetzt.

Leadportale liefern zwar ein hohes Volumen an Anfragen, doch die Qualität ist oft gering. Leads werden mehrfach verkauft, was zu hohem Preisdruck und geringen Abschlussquoten führt. Google Ads sind teuer (Kosten pro Klick oft über 5 €) und Sie konkurrieren mit überregionalen Anbietern um generische Suchbegriffe. Sie erreichen zwar suchende Kunden, aber nicht gezielt diejenigen mit den besten Dächern. Telefonische Kaltakquise bei Privatpersonen ist zudem rechtlich unzulässig (§ 7 UWG) und schädigt den Ruf des Betriebs.

Die trigger-basierte Briefwerbung mit QR-Code schließt diese Lücke. Sie ist DSGVO-konform, da sie auf dem berechtigten Interesse (Art. 6 Abs. 1 f DSGVO) basiert. Die Kosten pro Anfrage sind mit 50 bis 150 Euro planbar und die resultierenden Aufträge haben aufgrund der exklusiven Ansprache eine höhere Marge. Der Betrieb behält die volle Kontrolle über den Prozess – vom Gebiets-Scan über die Gestaltung des Anschreibens bis zur finalen Anfrage, die direkt und ohne Mittelsmann im eigenen CRM landet.

| Kanal | Kosten je Anfrage (ca.) | Kosten je Auftrag (ca.) | Vorlaufzeit | Steuerbarkeit & Qualität |
| :--- | :--- | :--- | :--- | :--- |
| Empfehlung | 0 € | 0 € | Unbestimmt | Sehr hoch, aber nicht skalierbar |
| Adressierte Briefwerbung (trigger-basiert) | 50 – 150 € | 500 – 1.500 € | 4-8 Wochen | Sehr hoch |
| Leadportal | 40 – 100 € | 1.500 – 3.000 € | 1-2 Wochen | Gering bis mittel |
| Google Ads | 80 – 250 € | 2.000 – 4.000 € | 1-4 Wochen | Mittel |
| Social Media Ads | 60 – 200 € | 1.800 – 3.500 € | 2-6 Wochen | Mittel |
| Telefon-Kaltakquise (B2C) | - | - | - | Unzulässig & schädlich |

## So gehen Sie für die Kundengewinnung vor (Schritt für Schritt)
Der Erfolg einer datengestützten Kampagne liegt in ihrem systematischen und nachvollziehbaren Aufbau. Es handelt sich um einen Prozess, der von der strategischen Gebietsauswahl bis zur Messung des Umsatzes reicht. Anstatt zufällig auf Anfragen zu hoffen, steuern Sie aktiv, wo und welche Kunden Sie gewinnen möchten. Die einzelnen Schritte sind logisch aufeinander aufgebaut und werden durch Software wie Postry nahtlos unterstützt.

Die präzise Ausführung jedes Schritts ist entscheidend für den Gesamterfolg. Von der Qualität der Datenauswertung über die Tonalität des Anschreibens bis hin zur schnellen Reaktion auf eingehende Anfragen – an jeder Stelle kann Potenzial verloren gehen oder maximiert werden. Betrachten Sie die im Folgenden beschriebene Abfolge als Blaupause für eine moderne, effiziente und skalierbare Auftragsakquise im Solarhandwerk.

## Was eine Kampagne kostet und was sie einbringt
Eine gezielte Akquise-Kampagne ist eine Investition, deren Rendite präzise kalkulierbar ist. Nehmen wir eine realistische Kampagne für einen Solarbetrieb an: Es werden 500 Adressen von Ein- und Zweifamilienhäusern angeschrieben, deren Dächer per Geodaten-Analyse als optimal eingestuft wurden. Die Kosten für die Adressqualifizierung und Software-Nutzung liegen bei etwa 300 bis 500 Euro (z.B. über das Start-Paket von Postry). Hinzu kommen die Kosten für Druck und Versand der Briefe. Bei angenommenen Stückkosten von 1,50 Euro pro Brief belaufen sich die Versandkosten auf 750 Euro. Die Gesamtkosten der Kampagne liegen also bei rund 1.250 Euro.

Die Response-Quote bei derart zielgerichteten Kampagnen liegt erfahrungsgemäß zwischen 1 % und 3 %. Bei 500 Briefen bedeutet das 5 bis 15 Reaktionen. Nicht jede Reaktion ist eine direkte Anfrage; manche Eigentümer scannen den QR-Code aus Neugier. Rechnen wir konservativ mit einer Conversion-Rate von 40 % von der Landingpage-Interaktion zur konkreten Terminanfrage. Das ergibt 2 bis 6 qualifizierte Termine. Solarbetriebe berichten von Abschlussquoten bei vorqualifizierten Vor-Ort-Terminen von 50 % und mehr, da der Bedarf real und das Objekt passend ist. Im Schnitt führt die Kampagne also zu 1 bis 3 Aufträgen.

Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 20.000 Euro für eine 10-kWp-Anlage mit Speicher generiert die Kampagne einen Umsatz zwischen 20.000 und 60.000 Euro. Selbst bei nur einem einzigen Auftrag übersteigt der Deckungsbeitrag (angenommen 20 % = 4.000 Euro) die Kampagnenkosten (1.250 Euro) um mehr als das Dreifache. Die Investition hat sich somit bereits mit dem ersten Auftrag sofort amortisiert. Jeder weitere Auftrag aus derselben Kampagne steigert die Profitabilität exponentiell. Die Kosten pro gewonnenem Auftrag (Cost per Acquisition) liegen in diesem Beispiel zwischen 417 Euro (bei 3 Aufträgen) und 1.250 Euro (bei 1 Auftrag) – ein Bruchteil der Kosten, die bei weniger gezielten Kanälen anfallen.

## Praxisfall aus einem Handwerksbetrieb
Ein Photovoltaik-Fachbetrieb aus dem Stuttgarter Umland (Baden-Württemberg) mit 20 Mitarbeitern wollte seine Abhängigkeit von Leadportalen reduzieren und eine eigene, exklusive Auftragspipeline aufbauen. Das Ziel war es, gezielt Eigentümer von Einfamilienhäusern mit optimal ausgerichteten Dächern und hoher Bonität anzusprechen. Der Betrieb entschied sich für eine trigger-basierte Akquise mit Postry und definierte ein Gebiet, das mehrere wohlhabende Vorstadt-Gemeinden mit einer Gesamtfläche von rund 25.000 Gebäuden umfasste.

Der automatisierte Gebietsscan identifizierte innerhalb weniger Minuten 1.280 Dächer, die den Kriterien entsprachen: Mindestens 50 m² unverschattete Dachfläche, Ausrichtung Süd/Südwest, keine sichtbaren Bestandsanlagen und ein Baujahr vor 2005. Aus dieser Trefferliste selektierte der Inhaber 400 Adressen für eine erste Testkampagne. Die adressierten Briefe enthielten einen QR-Code, der auf eine für den Betrieb personalisierte Landingpage führte, auf der die Vorteile einer PV-Anlage für das spezifische Gebäude visualisiert wurden.

Innerhalb von drei Wochen nach Versand wurden 28 QR-Code-Scans registriert (7 % Scan-Rate). Aus diesen Landingpage-Besuchen resultierten 9 konkrete Anfragen für ein Beratungsgespräch (2,25 % Conversion-Rate auf die versendeten Briefe). Nach den Vor-Ort-Terminen konnten vier Aufträge für PV-Anlagen inklusive Speicher mit einem Gesamtumsatz von 92.000 Euro abgeschlossen werden. Die Kosten für die Kampagne (Software, Druck, Versand) beliefen sich auf rund 900 Euro. Die Kosten pro Auftrag lagen somit bei nur 225 Euro, und die Marge des ersten Auftrags refinanzierte die gesamte Kampagne mehrfach.

## Regionale Unterschiede in Deutschland beachten
Die Qualität und Verfügbarkeit von Geodaten ist in Deutschland nicht einheitlich, was bei der überregionalen Planung von Akquise-Kampagnen berücksichtigt werden muss. Die einzelnen Bundesländer stellen ihre amtlichen Geodaten über verschiedene Geoportale und mit unterschiedlichen Aktualisierungszyklen zur Verfügung. So gelten die Daten aus dem Geoportal NRW oder dem LGL Baden-Württemberg als besonders aktuell und präzise, während in anderen Bundesländern die Zyklen für die Befliegung und Aktualisierung der Luftbilder länger sein können. Eine gute Akquise-Software bündelt diese verschiedenen Quellen und normalisiert die Daten, sodass Sie als Anwender eine einheitliche Datenbasis für Ihre Planung haben.

Auch die kommunale Wärmeplanung sorgt für eine zunehmend heterogene Landschaft. In Ballungsräumen mit beschlossenen Plänen für einen Fernwärmeausbau kann die Akquise für Wärmepumpen und damit auch für die komplementäre PV-Anlage erschwert sein. In ländlichen Regionen ohne realistische Fernwärme-Perspektive wird die autarke Lösung per PV und Wärmepumpe dagegen noch attraktiver. Informationen hierzu finden sich auf den Webseiten der jeweiligen Kommunen und Stadtwerke. Moderne Akquise-Tools beginnen damit, diese Daten als weiteren Layer in die Analyse zu integrieren, um unpassende Gebiete von vornherein auszuschließen.

Schließlich gibt es auch regionale Unterschiede bei den Bauvorschriften und Förderprogrammen, die sich auf die Abschlusswahrscheinlichkeit auswirken können. Während die großen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bundesweit gelten, können landesspezifische Förderungen oder kommunale Vorgaben (z.B. zu Denkmalschutz oder Bebauungsplänen) eine Rolle spielen. Eine gute Vorbereitung auf die regionalen Gegebenheiten im Verkaufsgespräch, basierend auf den ersten Erkenntnissen aus der Geoanalyse, zeugt von Professionalität und erhöht die Abschlusschance.

## Häufige Fehler und was sie kosten
Der häufigste und teuerste Fehler ist der Verzicht auf eine datenbasierte Vorqualifizierung der Adressen. Wer mit der "Gießkanne" unspezifische Flyer an alle Haushalte verteilt, erzielt Response-Quoten von unter 0,1 %. Eine Kampagne mit 5.000 Flyern für 1.000 Euro generiert so bestenfalls eine Handvoll unqualifizierter Rückläufer. Der Großteil des Budgets verpufft wirkungslos. Im Gegensatz dazu generiert eine gezielte Kampagne an 500 qualifizierte Adressen für ähnliche Kosten 5-15 relevante Anfragen. Der Fehler, auf Daten zu verzichten, kostet hier pro Kampagne schnell 1-2 Aufträge im Wert von 20.000 bis 40.000 Euro.

Ein weiterer kostspieliger Fehler ist die zu langsame Reaktion auf eingehende Anfragen. Ein Interessent, der über den QR-Code auf Ihre Landingpage kommt und ein Rückruf-Formular ausfüllt, erwartet eine Reaktion innerhalb weniger Stunden, nicht Tage. Studien im Online-Marketing zeigen, dass die Konversionsrate um ein Vielfaches sinkt, wenn der Rückruf erst nach 24 Stunden erfolgt. Jede verpasste oder verzögerte Anfrage ist ein potenzieller Auftrag von 20.000 Euro, der an einen schnelleren Wettbewerber geht. Ein schlanker Prozess von der Anfrageannahme bis zur Terminvereinbarung, idealerweise automatisiert über ein CRM-System, ist daher bares Geld wert.

Der dritte Fehler liegt in einem inkonsistenten Marken- und Angebotsversprechen. Der Brief, die QR-Landingpage und das anschließende Verkaufsgespräch müssen aus einem Guss sein. Wenn der Brief eine individuelle Analyse verspricht, die Landingpage aber generisch ist und der Berater vor Ort unvorbereitet erscheint, entsteht ein Bruch im Vertrauen. Dies führt zu schlechteren Abschlussquoten. Eine verlorene Abschlusschance bei einem qualifizierten Termin kostet den vollen Deckungsbeitrag des potenziellen Auftrags, also schnell 3.000 bis 5.000 Euro an entgangenem Gewinn.

## Wie Sie den Erfolg Ihrer Akquise-Kampagne messen
Der große Vorteil einer digital gestützten Briefkampagne ist ihre vollständige Messbarkeit. Anders als bei einer Zeitungsanzeige oder einem Plakat können Sie jeden Schritt des Interessenten vom Briefkasten bis zum Auftrag nachverfolgen. Die zentrale Kennzahl am Anfang der Kette ist die Scan-Rate des QR-Codes. Sie gibt an, wie viel Prozent der Empfänger das Mailing so interessant fanden, dass sie den Code mit ihrem Smartphone gescannt haben. Eine gute Scan-Rate liegt bei zielgerichteten Kampagnen zwischen 3 % und 8 %.

Auf der nächsten Stufe messen Sie die Conversion-Rate auf der Landingpage. Wie viele der Besucher, die durch den QR-Scan auf die Seite kamen, haben eine gewünschte Aktion ausgeführt? Das kann das Ausfüllen eines Kontaktformulars, die Anforderung eines Rückrufs oder der direkte Anruf sein. Zielkorridore hierfür liegen bei 20 % bis 40 %. Die Software Postry integriert dieses Tracking und zeigt Ihnen in Echtzeit, welche Briefe zu Interaktionen führen. So sehen Sie sofort, ob Ihre Kampagne "funktioniert".

Am Ende des Prozesses stehen die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen: Die Anzahl der generierten Vor-Ort-Termine, die Abschlussquote (Anzahl der Termine zu Aufträgen) und der resultierende Umsatz sowie Deckungsbeitrag. Indem Sie diese Zahlen systematisch erfassen und den ursprünglichen Kampagnen-Kosten gegenüberstellen, berechnen Sie präzise die "Cost per Acquisition" (Kosten pro Auftrag) und den "Return on Investment" (ROI). Ein Zielkorridor für die Kosten pro Auftrag im Solarbereich sollte bei unter 1.500 Euro liegen, um eine hohe Profitabilität zu gewährleisten.

## Welcher rechtliche Rahmen für die Akquise mit Geodaten gilt
Die Akquise von Neukunden mittels adressierter Briefwerbung auf Basis von Geo- und Gebäudedaten ist in Deutschland klar geregelt und zulässig. Die rechtliche Grundlage dafür liefert die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Konkret stützt sich diese Form der Direktwerbung auf das "berechtigte Interesse" des werbetreibenden Unternehmens nach Art. 6 Abs. 1 f DSGVO. Das bedeutet, es ist keine vorherige Einwilligung des Empfängers notwendig, solange dessen Interessen und Grundrechte nicht überwiegen. Die gezielte Ansprache von Immobilienbesitzern für potenziell wertsteigernde und energetisch sinnvolle Maßnahmen wird von der Rechtsprechung als solch ein berechtigtes Interesse anerkannt.

Allerdings sind mit diesem Recht auch Pflichten verbunden. Gemäß Art. 13 und 14 DSGVO müssen Sie die Empfänger transparent über die Datenverarbeitung informieren. Dazu gehört ein Hinweis im Anschreiben, woher die Daten stammen (z.B. "Analyse öffentlich verfügbarer Geodaten") und welche Rechte die betroffene Person hat. Das wichtigste Recht ist das Widerspruchsrecht nach Art. 21 DSGVO. Jeder Empfänger muss die Möglichkeit haben, zukünftiger Werbung einfach und unkompliziert zu widersprechen. Dies wird üblicherweise durch einen Hinweis auf eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer im Brief gewährleistet.

Es ist entscheidend, die Grenzen des rechtlich Machbaren zu kennen und zu respektieren. Während die Adresse einer Immobilie und deren bauliche Merkmale (Dachform, Größe etc.) aus öffentlichen Quellen ermittelt werden dürfen, ist der Name des Eigentümers nicht per Schnittstelle verfügbar. Das deutsche Grundbuch ist nicht öffentlich. Eine Einsichtnahme erfordert nach § 12 der Grundbuchordnung ein berechtigtes Interesse, welches für reine Marketingzwecke in der Regel nicht gegeben ist. Software wie Postry liefert daher bewusst nur die Adresse des Objekts ("An die Eigentümer des Hauses Musterstraße 1"), aber keine Personennamen. Die telefonische Kaltakquise von Privatpersonen ohne deren vorherige ausdrückliche Einwilligung ist nach § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) grundsätzlich verboten und sollte strikt unterlassen werden.

## Häufige Fragen
### Ist die Akquise mit Geodaten und Briefwerbung DSGVO-konform?
Ja. Die Verarbeitung von Adressdaten und öffentlich einsehbaren Gebäude-Merkmalen für gezielte Briefwerbung stützt sich auf das 'berechtigte Interesse' nach Art. 6 Abs. 1 f DSGVO. Eine vorherige Einwilligung ist nicht nötig, jedoch müssen Sie im Brief über die Datenquelle informieren und ein Widerspruchsrecht einräumen.

### Woher bekomme ich die Namen der Hauseigentümer?
Gar nicht. Für reine Werbezwecke erhalten Sie keinen Zugriff auf das Grundbuch. Die Ansprache erfolgt daher unpersonalisiert an 'Die Eigentümer des Hauses' unter der spezifischen Adresse. Dies ist rechtlich sauber und in der Praxis genauso effektiv.

### Wie genau ist die KI-Analyse der Dachflächen?
Die KI-Analyse von Dachgröße, Ausrichtung und Verschattung erreicht eine hohe Genauigkeit und dient als exzellenter Filter. Sie ist jedoch eine Schätzung mit einer gewissen Konfidenz, kein millimetergenaues Gutachten. Die finale Prüfung und das exakte Aufmaß müssen immer durch einen Fachmann vor Ort erfolgen.

### Was kostet die systematische Gewinnung eines einzigen Solarkunden?
Die Kosten pro gewonnenem Auftrag (Cost per Acquisition) liegen bei einer trigger-basierten Kampagne typischerweise zwischen 500 und 1.500 Euro. Dies beinhaltet Softwarekosten, Adressqualifizierung und Versand. Im Vergleich zu anderen Kanälen ist dies ein sehr effizienter Wert.

### Lohnt sich das auch für kleine Solarbetriebe?
Ja, absolut. Gerade für kleinere Betriebe mit begrenztem Marketingbudget ist die hohe Effizienz entscheidend. Anstatt hohe Summen in breit gestreute Werbung zu investieren, können sie mit kleinen, gezielten Kampagnen (z.B. 200 Briefe) anfangen und die Einnahmen direkt in die nächste Kampagne reinvestieren.

### Wie aktuell sind die Luftbilder, die für die Analyse genutzt werden?
Die amtlichen Luftbilder der deutschen Bundesländer werden in der Regel alle ein bis drei Jahre aktualisiert. Moderne Akquise-Software nutzt stets die aktuellsten verfügbaren Jahrgänge, um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten.

### Kann ich mein Vertriebsgebiet exklusiv für mich reservieren?
Einige Anbieter wie Auftragsscan bieten die Möglichkeit, ein definiertes Postleitzahlen-Gebiet exklusiv zu buchen. Dies stellt sicher, dass kein direkter Wettbewerber über dieselbe Software im selben Gebiet die identischen Adressen identifiziert und anschreibt.

### Meine Zielgruppe ist älter – nutzen die überhaupt QR-Codes?
Ja. Die Nutzung von QR-Codes ist seit der Corona-Pandemie über alle Altersgruppen hinweg etabliert. Gerade die Zielgruppe der Immobilienbesitzer (50+) ist technikaffin und nutzt Smartphones selbstverständlich. Die Scan-Raten von 5-8 % in dieser Zielgruppe bestätigen dies eindrücklich.

## Begriffe
- Trigger-basierte Akquise: Eine Akquisestrategie, die auf spezifischen Ereignissen oder Datenpunkten (Triggern) basiert, z.B. das Erkennen einer ungenutzten, sonnenreichen Dachfläche.
- Geodaten: Digitale Informationen, denen eine bestimmte räumliche Position auf der Erdoberfläche zugeordnet ist. Dazu zählen Luftbilder, Gebäudeumrisse oder Adresskoordinaten.
- Digitale Orthophotos (DOP): Entzerrte, maßstabsgetreue Luftbilder, die von den Landesvermessungsämtern erstellt werden und als Grundlage für Geoanalysen dienen.
- DSGVO Art. 6 Abs. 1 f: Der Rechtsartikel der Datenschutz-Grundverordnung, der die Datenverarbeitung auf Basis eines 'berechtigten Interesses' des Unternehmens erlaubt, z.B. für Direktwerbung.
- QR-Code-Landingpage: Eine spezielle, für Mobilgeräte optimierte Webseite, die ein Nutzer erreicht, nachdem er einen QR-Code mit seinem Smartphone gescannt hat.
- Cost per Acquisition (CPA): Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die die Gesamtkosten einer Marketingkampagne ins Verhältnis zur Anzahl der dadurch gewonnenen Neukunden setzt.
- Kommunale Wärmeplanung: Ein strategischer Prozess von Städten und Gemeinden, der festlegt, wie die Wärmeversorgung in Zukunft klimaneutral gestaltet wird, z.B. durch Fernwärme oder dezentrale Lösungen.
- Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister: Ein umfassendes Register für alle Strom- und Gaserzeugungsanlagen in Deutschland, einschließlich Photovoltaik-Anlagen. Es ist eine wichtige, aber für die Akquise ungeeignete Datenquelle.

## Datenpunkte mit Quelle
- Anzahl neu installierter PV-Anlagen in Deutschland (bis 100 kWp): ca. 1,0 Mio. Anlagen (Bundesnetzagentur 2023)
- Durchschnittlicher Preis für eine 10-kWp-PV-Anlage inkl. Speicher: ~21.000 € (Fraunhofer ISE 2023)
- Anteil der Solarenergie an der Bruttostromerzeugung in Deutschland: 12,1 % (Destatis 2023)
- Response-Rate bei adressierter, relevanter Dialogpost: 1,9 % - 4,4 % (Deutsche Post Dialogmarketing-Monitor 2022)
- Gesamtzahl der Wohngebäude in Deutschland: 19,5 Mio. (Statistisches Bundesamt (Zensus) 2022)
- Digitalisierungsgrad im deutschen Handwerk (DHI-Index): 57 von 100 Punkten (ZDH 2023)

## Entitäten
Postry, OpenStreetMap, Geoportal NRW, LGL Baden-Württemberg, Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister, Gebäudeenergiegesetz (GEG), Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Grundbuchordnung (GBO), Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Statistisches Bundesamt (Destatis), Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Deutsche Post Dialogmarketing-Monitor, Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS)
