
Was offen verfügbar ist
Für die Objektauswahl brauchen Sie keine geheimen Daten. Offen nutzbar sind unter anderem:
- Gebäudeumrisse aus OpenStreetMap und amtlichen Geobasisdaten der Länder
- Solarkataster und Solarpotenzialdaten von Ländern und Kommunen
- Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse über die BORIS-Portale
- Baualtersklassen aus dem Zensus je Gebiet
- Kommunale Wärmeplanung, soweit veröffentlicht
- Luft- und Satellitenbilder im Rahmen der Lizenz der jeweiligen Quelle
Was nicht verfügbar ist
Eigentümernamen. Das Grundbuch ist kein öffentliches Register; Einsicht setzt ein berechtigtes Interesse voraus, und Akquise ist keines. Jedes Angebot, das „Eigentümerdaten per API“ verspricht, sollten Sie kritisch prüfen. Praktisch relevant ist das kaum: Die Sendung geht adressiert an den Haushalt, und der Anlass bezieht sich auf das Objekt.
Rechtsgrundlage für Briefwerbung
Postalische Werbung stützt sich in der Regel auf das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Daraus folgen drei Pflichten in der Praxis: Sie dokumentieren die Herkunft der Daten je Adresse, Sie informieren über die Verarbeitung, und Sie setzen jeden Werbewiderspruch dauerhaft um. Eine Sperrliste, die vor jedem Versand abgeglichen wird, ist deshalb keine Kür.
Umgang mit KI-Einschätzungen
Eine Bildauswertung ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage. Formulieren Sie Befunde als Hinweis und Prüfangebot: „Im Luftbild ist Moosbewuchs erkennbar – wir prüfen das gern vor Ort.“ Vermeiden Sie Aussagen, die eine Diagnose vortäuschen, insbesondere bei Materialverdacht wie Asbest, der nur im Labor feststellbar ist.
Aufbewahrung und Löschung
Legen Sie Fristen fest: Adressen ohne Reaktion werden nach einem definierten Zeitraum gelöscht oder anonymisiert, Objektmerkmale können für die Gebietsplanung aggregiert erhalten bleiben. Regeln Sie außerdem die Auftragsverarbeitung mit Druck- und Versanddienstleistern schriftlich.
Checkliste vor dem ersten Versand
- Rechtsgrundlage dokumentiert
- Datenherkunft je Adresse gespeichert
- Sperrliste angelegt und abgeglichen
- Bildlizenzen geprüft
- KI-Aussagen als Hinweis gekennzeichnet
- Datenschutzerklärung und Impressum auf jeder Landingpage
- Löschfristen festgelegt
Diese sieben Punkte kosten einmal einen halben Tag – und ersparen Ihnen jede Diskussion, wenn ein Empfänger nachfragt.
Praxis-Tools
Checklisten und Muster-Anschreiben zum Mitnehmen
Direkt einsatzbereit, ohne Anmeldung. Passagen in eckigen Klammern ersetzen und im Namen Ihres Betriebs verwenden.
Checkliste
Checkliste: Briefwerbung rechtssicher aufsetzen
Die wichtigsten Punkte zu Adressen, Bildern und Dokumentation.
- 1.Nur adressierte Briefwerbung – keine Namen aus nicht öffentlichen Registern.
- 2.Rechtsgrundlage dokumentieren (berechtigtes Interesse, Art. 6 Abs. 1 f DSGVO).
- 3.Werbewiderspruch aufnehmen und Adresse dauerhaft sperren.
- 4.Herkunft der Objektdaten je Adresse speichern.
- 5.Luftbilder nur gemäß Lizenz der Quelle verwenden.
- 6.KI-Einschätzungen als Hinweis kennzeichnen, nicht als Gutachten.
- 7.Sperrliste vor jedem Versand abgleichen.
- 8.Löschfristen für nicht reagierende Adressen festlegen.
- 9.Auftragsverarbeitung mit Druckdienstleister regeln.
- 10.Impressum und Datenschutzerklärung auf jeder Landingpage.
Checkliste
Checkliste: Gebiet richtig eingrenzen
Zehn Punkte, mit denen Sie ein Akquisegebiet vor dem Scan sauber abgrenzen und Fehltreffer vermeiden.
- 1.Fahrzeit vom Betrieb festlegen (Richtwert: maximal 30 Minuten).
- 2.Postleitzahlen oder Umkreis in Kilometern definieren.
- 3.Bebauungstyp wählen: Einfamilienhaus, Doppelhaus, Mehrfamilienhaus.
- 4.Baualtersklasse setzen (z. B. 1975–1995 für Dachsanierung).
- 5.Ausschlusskriterien notieren (Denkmalschutz, Reihenhauszeilen, Gewerbegebiete).
- 6.Mindestgrundstücksgröße festlegen (Pool ab 800 m², Baumpflege ab 1.000 m²).
- 7.Vorhandene Kunden und Bestandsadressen ausschließen.
- 8.Wettbewerbsdichte im Gebiet prüfen.
- 9.Kampagnengröße bestimmen: erst 200–500 Briefe testen.
- 10.Erfolgsziel schriftlich festhalten (Scans, Termine, Aufträge).
FAQ
Häufige Fragen
- Ist es erlaubt, Werbung in den Briefkasten zu werfen?
- Adressierte Briefwerbung ist mit dokumentierter Rechtsgrundlage, Information über die Verarbeitung und dauerhaft umgesetztem Werbewiderspruch zulässig. Sie stützen postalische Werbung in der Regel auf das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Dokumentieren Sie die Datenherkunft je Adresse und gleichen Sie vor jedem Versand eine Sperrliste ab.
Behandelte Themen
Angaben zu Kosten, Quoten und Fristen sind Erfahrungs- und Marktwerte. Bitte für den eigenen Betrieb und das eigene Bundesland prüfen. Es gelten unsere Redaktionsrichtlinien.
Alle Beiträge dieses Leitfadens
- Welche Geodaten für die Akquise im Handwerk nutzbar sind
- Gebietsanalyse in der Praxis: Von der PLZ zur Adressliste
- KI-Bildauswertung von Dach und Grundstück: Genauigkeit einschätzen
- Eigentümerdaten & Grundbuch: Was rechtlich möglich ist
- Kosten und Aufwand von Geodatenauswertung im Betrieb
- Geoportal, OpenStreetMap oder Luftbild: Datenquellen im Vergleich
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