
Inhaltsverzeichnis · 16 Abschnitte
- Wie gewinnen Makler systematisch neue Verkaufsobjekte?
- Welche Anlässe führen zu qualifizierten Eigentümerkontakten?
- Welche Methode der Kundengewinnung rechnet sich wirklich?
- Transparenzhinweis im Überblick
- Wie setzen Sie Ansprache und Nachfassen rechtlich sauber um?
- Welche Formulierungen eignen sich für Brief und vereinbarten Rückruf?
- Wann dürfen Sie nachfassen?
- Was ist rechtlich erlaubt?
- Was kostet eine Kampagne vom ersten Brief bis zum Verkauf?
- Wie wird aus 250 Briefen ein rechnerischer Verkauf?
- Was passiert ohne Verkauf oder mit zwei Mandaten?
- Welche regionalen Daten helfen bei der Gebietsauswahl?
- Was sich 2026 verändert hat
- Wie messen Sie Mandatsgewinn und vermeiden teure Fehler?
- Welche Fehler kosten am meisten Geld?
- Grenzen von Postry
Wie gewinnen Makler systematisch neue Verkaufsobjekte?
Konzentrieren Sie Ihre Objektakquise auf 1 klar definiertes Wunschgebiet und einen 12-Wochen-Test als organisatorischen Richtwert, statt einzelne Adressen über die gesamte Region zu verstreuen. Wählen Sie dort nachvollziehbar passende Objektadressen aus, ermöglichen Sie Eigentümern eine freiwillige Kontaktaufnahme und führen Sie qualifizierte Verkaufsgespräche über einen Bewertungstermin zum Alleinauftrag.
Das Wunschgebiet sollte zu Ihrer nachweisbaren Vermarktungskompetenz passen: etwa Eigentumswohnungen in einem abgegrenzten Stadtteil oder Einfamilienhäuser in benachbarten Ortsteilen. Definieren Sie Objektart und Gebietsgrenzen vor der Recherche; übernehmen Sie anschließend nur Adressen, deren Herkunft und Auswahlgrund dokumentiert sind. Ihr CRM zeigt vorhandene Beziehungen, amtliche Daten beschreiben den Bestand, Immobilienangebote das sichtbare Angebot und Geoportale die räumliche Lage. Keine dieser Quellen belegt allein, dass ein Eigentümer verkaufen möchte.
| Datenquelle | Aussagekraft | Aktualität | Grenze für die Akquise |
|---|---|---|---|
| Eigenes CRM | Frühere Anfragen, Kundenbeziehungen und dokumentierte Verkaufspläne | Datum des letzten bestätigten Kontakts prüfen | Frühere Nachfrage ist keine heutige Verkaufszusage |
| Amtliche Gebietsdaten: Statistisches Bundesamt (Destatis), Zensus | Wohnungsbestand und Bautätigkeit zur Gebietseinordnung | Veröffentlichung 2025 beziehungsweise Stichtag Zensus 2022 beachten | Keine individuelle Verkaufsabsicht |
| Immobilienangebote | Angebotspreise und aktuell angebotene Objektarten | Abrufdatum und Änderungen dokumentieren | Angebotspreise sind keine erzielten Kaufpreise |
| Geoportale der Länder und Kommunen | Gebäudeumrisse, Grundstückslage und Luftbilder | Aufnahmejahr und Metadaten je Datensatz prüfen | Keine frei verfügbare Eigentümerzuordnung |
Das Statistische Bundesamt (Destatis), Veröffentlichung 2025, meldet 251.900 fertiggestellte Wohnungen für 2024; der Zensus 2022 erfasst rund 43,1 Millionen Wohnungen. Diese Zahlen helfen, Neubautätigkeit und Wohnungsbestand auseinanderzuhalten, sagen jedoch nichts über individuelle Verkaufsabsichten aus. Postry ist eine Software für Kundengewinnung per persönlichem Brief: Sie findet Firmen, Arbeitgeber, Eigentümer und Häuser mit einem konkreten Anlass, schreibt die Entscheider persönlich an und misst jede Reaktion über QR-Code, Landingpage und CRM. Die Auswertung der Postry-Plattform, Stand 25.10.2026, umfasst 43.293 geprüfte Gebäude, davon 2,8 % mit einer Trefferbewertung ab 70 Punkten: Das ist keine repräsentative Marktstichprobe, keine Eigentümerdatenbank und keine Mandatsprognose.
Für Haushalte liefert Postry für Immobilienmakler Adressen, keine per Schnittstelle verfügbaren Eigentümernamen; eine Objektadresse ist deshalb zunächst eine Auswahlgrundlage, kein Eigentümerkontakt. Bieten Sie im Anschreiben eine freiwillige Rückmeldung für eine objektspezifische Werteinschätzung an, ohne Verkaufsdruck zu unterstellen. Nach der Rückmeldung klären Sie Eigentümerstellung und Verkaufszeitplan, bevor Sie einen Bewertungstermin vereinbaren. Zum Alleinauftrag führt anschließend ein belegbares Vermarktungskonzept mit begründeter Preiseinschätzung und klar vereinbarten Leistungen, nicht bereits der Scan eines QR-Codes.
Welche Anlässe führen zu qualifizierten Eigentümerkontakten?
Priorisieren Sie ausdrücklich geäußerte Verkaufspläne und freigegebene Empfehlungen vor bildbasierten Gebäudemerkmalen. 1 verifiziertes Eigentümergespräch über eine konkrete Verkaufsabsicht wiegt für Ihre Objektakquise stärker als eine technische Trefferbewertung, weil es den tatsächlichen Beratungsbedarf belegt.
Eine Bewertungsanfrage eröffnet den Kontakt, beweist aber noch keinen Verkaufsentschluss. onOffice beschreibt die kostenlose Immobilienbewertung 2021 als niedrigschwelligen Einstieg zur Kontaktgewinnung und Vertrauensbildung, nicht als Garantie einer bestimmten Abschlussquote. Fragen Sie deshalb nach dem Anlass: Geht es um einen möglichen Verkauf, eine Vermögensübersicht oder eine andere Entscheidung?
| Merkmal | Wirkung | Datenquelle | Unsicherheit |
|---|---|---|---|
| Bewertungsanfrage | Eröffnet ein Gespräch über Wert und Verkaufsplanung | Vom Eigentümer ausgefülltes Formular | Bewertung kann ohne Verkaufsabsicht erfolgen |
| Freigegebene Empfehlung | Stellt einen persönlichen Bezug her | Bestandskunde mit Zustimmung des empfohlenen Eigentümers | Vertrauen ersetzt keine Bedarfsprüfung |
| Eigenes Verkaufsinserat | Belegt eine öffentlich erklärte Verkaufsabsicht | Aktuelles Inserat des Eigentümers | Maklerauftrag möglicherweise ausdrücklich unerwünscht |
| Dokumentierte Bestandskundenanfrage | Liefert einen konkreten Beratungsanlass | CRM-Eintrag aus einem Eigentümergespräch | Zeitplan oder Entscheidung können sich ändern |
| Aggregierte Gebietsentwicklung | Hilft bei der Auswahl eines Bearbeitungsgebiets | Zensus 2022, kommunale Statistiken | Keine Aussage über einzelne Verkaufsabsichten |
| Bildbasiertes Gebäudemerkmal | Unterstützt die Objektauswahl im Gebiet | Luftbild mit Aufnahmedatum | Weder Eigentümeridentität noch Verkaufswunsch erkennbar |
Bei Empfehlungen bitten Sie zufriedene Verkäufer nach Abschluss der Zusammenarbeit, Ihre Kontaktdaten an interessierte Eigentümer weiterzugeben. Besser als eine ungefragt übermittelte Telefonnummer ist eine vom Eigentümer gewünschte Vorstellung. Dokumentieren Sie, wer den Kontakt vermittelt hat und welches Anliegen der Eigentümer selbst bestätigt; eine Empfehlung allein erlaubt keine beliebige Werbeansprache.
Im lokalen Austausch mit Banken und Hausverwaltungen sollten Sie fachliche Anknüpfungspunkte anbieten, etwa einen belegten Teilmarktbericht oder eine Sprechstunde zu Verkaufsfragen. Vereinbaren Sie, dass Interessenten selbst Kontakt aufnehmen oder einer Vorstellung vorher zustimmen. Notare sind keine frei verfügbaren Tippgeber: Ihre Unabhängigkeits- und Unparteilichkeitspflichten nach § 14 Bundesnotarordnung sowie die Verschwiegenheit nach § 18 Bundesnotarordnung schließen die Nutzung vertraulicher Mandatsinformationen als Akquisequelle aus.
Rund 1,9 Millionen leerstehende Wohnungen weist der Zensus 2022 für Deutschland aus; diese Zahl beschreibt den Bestand, keine Liste verkaufswilliger Eigentümer. Leerstand kann beispielsweise durch Sanierung oder einen anstehenden Mieterwechsel entstehen. Nutzen Sie solche Gebietsdaten deshalb zur Vorbereitung passender Eigentümerinformationen, während Sie konkrete Verkaufschancen ausschließlich anhand bestätigter Aussagen qualifizieren.
Welche Methode der Kundengewinnung rechnet sich wirklich?
Empfehlungen haben bei vorhandenem Kundenbestand Vorrang; bei dringendem Kontaktbedarf sind geprüfte Portalangebote die erste Wahl. Für planbaren Gebietsaufbau eignen sich adressierte Briefe, sofern Sie deren längeren Vorlauf gegenüber gekauften Sofortanfragen akzeptieren und bis zum Alleinauftrag messen.
Unsere redaktionelle Gewichtung lautet: Mandatsvollkosten 40 %, Kontaktqualität 30 %, Vorlaufzeit 20 % und Steuerbarkeit 10 %. Das ist eine Entscheidungshilfe, kein gemessener Anbietertest und keine Rangliste mit belegten Punktwerten. YNFINITE nennt 2024 Empfehlungen, Direktansprache und digitale Sichtbarkeit als Akquisewege, liefert damit jedoch keine belastbaren Kostenbenchmarks.
| Kanal | Kosten je Anfrage | Kosten je Mandat | Vorlaufzeit | Steuerbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Leadportal | Nicht belegt | Nicht belegt | Bestehende Kontakte gegebenenfalls kurzfristig verfügbar | Auswahl nach Vertragsangebot |
| Google Ads | Nicht belegt | Nicht belegt | Ausspielung kurzfristig möglich; Anfragezeit offen | Budget und Suchbegriffe steuerbar |
| Social Ads | Nicht belegt | Nicht belegt | Ausspielung kurzfristig möglich; Verkaufsabsicht offen | Budget und Zielregion steuerbar |
| Telefonkaltakquise | Nicht belegt | Nicht belegt | Bei privaten Eigentümern ohne Einwilligung unzulässig | Kein zulässiger Kaltstart im Privatsegment |
| Empfehlung | Nicht belegt | Nicht belegt | Vom Kundenbestand abhängig | Anlassbezogen anregen, kaum mengenplanbar |
| Brief mit QR-Code | Nicht belegt | Nicht belegt | Länger als verfügbare Portalanfragen | Gebiet und Versandmenge steuerbar |
Vergleichen Sie qualifizierte Eigentümeranfragen statt bloßer Formulareingänge: Eigentümerstatus und Verkaufsabsicht müssen bestätigt sein. Ein offengelegtes Rechenbeispiel: 1.000 € Kampagnenausgaben plus 500 € interne Arbeitskosten ergeben bei angenommenen zehn qualifizierten Anfragen 150 € je Anfrage; entstehen daraus zwei Mandate, sind es 750 € je Mandat. Diese Annahmen sind keine Kanalprognose; ohne Mandat lässt sich kein belastbarer Mandatskostensatz ausweisen.
Transparenzhinweis im Überblick
Postry ist eine Software für Kundengewinnung per persönlichem Brief: Sie findet Firmen, Arbeitgeber, Eigentümer und Häuser mit einem konkreten Anlass, schreibt die Entscheider persönlich an und misst jede Reaktion über QR-Code, Landingpage und CRM. Dieser Beitrag stammt von Postry, einem Anbieter im betrachteten Feld. Google Ads adressiert aktive Suchnachfrage; Postry für Immobilienmakler unterstützt dagegen die geplante Ansprache ausgewählter Gebiete.
Der Produktablauf umfasst Gebietsanalyse und Anlassprüfung, persönlichen Brief mit Druck und Versand sowie eine QR-Landingpage; Anfragen werden im CRM nachgefasst und kampagnenbezogen ausgewertet. Nach Anbieterangaben kosten Start 349 €/Monat einschließlich 100 Briefen, Profi 699 €/Monat einschließlich 250 Briefen und Enterprise 1.499 €/Monat einschließlich 600 Briefen. Weitere Immobilienbriefe kosten paketabhängig 3,70 €, 3,20 € beziehungsweise 2,70 € je Brief; interne Bearbeitung gehört zusätzlich in Ihre Kalkulation.
Für sofort benötigte Kontakte passt Postry nicht; vorhandene Empfehlungen sollten Sie ebenfalls zuerst bearbeiten. Eigentümernamen sind nicht per Schnittstelle verfügbar: Bei Haushalten liefert Postry Adressen, keine öffentlich abrufbare Eigentümerliste.
Wie setzen Sie Ansprache und Nachfassen rechtlich sauber um?
Beginnen Sie die Eigentümeransprache erst, wenn Datenquelle und zulässiger Kontaktweg geprüft und dokumentiert sind. Privatkundenanrufe ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung scheiden nach § 7 UWG aus; auch ein Brief erlaubt keinen anschließenden Werbeanruf.
Welche Formulierungen eignen sich für Brief und vereinbarten Rückruf?
Ein Eigentümerbrief kann lauten: „Sehr geehrte Eigentümerin, sehr geehrter Eigentümer, unser Maklerbüro vermittelt Wohnimmobilien in [Gebiet]. Falls Sie einen Verkauf erwägen, bieten wir Ihnen eine unverbindliche Preiseinschätzung anhand vergleichbarer Objekte an. Über [Telefonnummer] oder [QR-Wertseite] können Sie selbst einen Gesprächstermin anfragen.“ Verwenden Sie den Gebietsbezug nur, wenn er tatsächlich zutrifft, und ergänzen Sie Absender, Datenschutzhinweise sowie eine einfache Widerspruchsmöglichkeit.
Für einen ausdrücklich vereinbarten Rückruf passt: „Guten Tag Frau [Name], Sie haben über unser Formular einen Rückruf zur Bewertung Ihrer Wohnung angefragt. Passt es jetzt für die vereinbarten 10 Minuten?“ Halten Sie Zeitpunkt, Wortlaut und Umfang der Rückrufbitte im CRM fest; eine Bewertungsanfrage allein ist keine pauschale Telefonwerbeeinwilligung.
Wann dürfen Sie nachfassen?
Als organisatorischer Richtwert dient Tag 0 für den Erstkontakt, Tag 7 für eine erlaubte Rückfrage und Tag 21 für einen vereinbarten Abschlusskontakt. Die Abstände von 7 Tagen und 14 Tagen sind keine gesetzlichen Freigaben: Jeder Kontakt benötigt einen zulässigen Kanal und muss zum dokumentierten Anliegen passen.
Die Rückfrage kann lauten: „Sie wollten die Unterlagen zur Preiseinschätzung prüfen. Besteht noch Klärungsbedarf?“ Ohne passende Erlaubnis entfällt der Telefon- oder E-Mail-Kontakt; bei Werbewiderspruch endet die werbliche Nachfassfolge unmittelbar, unabhängig vom vorgesehenen Termin.
Was ist rechtlich erlaubt?
Adressierte Briefwerbung kann auf DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f beruhen, verlangt aber eine dokumentierte Interessenabwägung und die Beachtung erkennbarer entgegenstehender Wünsche. Art.
13/14 regeln die Informationspflichten; bei fremderhobenen Adressen sind insbesondere Datenquelle und Hinweise spätestens bei der ersten Kommunikation mitzuteilen. Nach Art. 21 besteht ein jederzeitiges Widerspruchsrecht gegen Direktwerbung; darauf weisen Sie ausdrücklich und getrennt von anderen Informationen hin. Quelle: Datenschutzkonferenz, Orientierungshilfe zur Verarbeitung personenbezogener Daten für Zwecke der Direktwerbung, 2022.
§ 7 UWG verlangt für E-Mail-Werbung grundsätzlich vorherige ausdrückliche Einwilligung. Die enge Bestandskundenausnahme setzt sämtliche Voraussetzungen des § 7 Abs. 3 UWG voraus: im Verkaufskontext erhaltene Adresse, eigene ähnliche Leistungen, keinen Widerspruch und einen klaren Widerspruchshinweis bei Erhebung sowie jeder Verwendung. Ein früherer Bewertungskontakt genügt dafür nicht automatisch.
Grundbuchordnung § 12 verlangt ein dargelegtes berechtigtes Interesse für die Grundbucheinsicht; bloße Akquiseabsicht genügt regelmäßig nicht. Eine private Verkaufsanzeige begründet weder pauschale Anruferlaubnis noch freien Grundbuchzugang. Diese Hinweise dienen der rechtlichen Orientierung, nicht der Einzelfallberatung.
Was kostet eine Kampagne vom ersten Brief bis zum Verkauf?
Im ausdrücklich hypothetischen Rechenbeispiel kosten 250 Briefe einschließlich Bearbeitungszeit insgesamt 1.099 €: 699 € Paketpreis nach Anbieterangaben plus 8 Stunden zu angenommenen 50 €. Bei einem tatsächlich verkauften Mandat mit 10.000 € Provisionserlös ohne Umsatzsteuer verbleiben nach 3.000 € variablen Verkaufsabwicklungskosten und den Kampagnenkosten rechnerisch 5.901 € vor weiteren Betriebskosten und Steuern.
Preisgrundlage ist das für diesen Beitrag bereitgestellte Postry-Preisverzeichnis, Stand 2026: Der Profi-Tarif umfasst für 699 € monatlich 250 Briefe. Daraus ergeben sich 2,796 € Paketkostenanteil je enthaltenem Brief, nicht der Zusatzbriefpreis; dieser beträgt für Immobilien im Profi-Paket nach Anbieterangaben 3,20 €. Angenommen wird genau ein abgerechneter Paketmonat ohne weitere Tarifkosten bis zum Verkauf; bei fortlaufender Buchung steigt der Aufwand entsprechend.
Wie wird aus 250 Briefen ein rechnerischer Verkauf?
Alle folgenden Quoten sind reine Rechenannahmen, keine gemessenen Ergebnisse oder Richtwerte: 4 % qualifizierte Kontaktquote ergeben aus 250 Briefen genau 10 Eigentümerkontakte. Bei 50 % Terminquote entstehen daraus 5 Termine; eine Mandatsquote von 20 % bezogen auf diese Termine ergibt 1 Mandat. Als qualifiziert zählt hier ein Eigentümerkontakt mit konkreter Verkaufsabsicht und einem Objekt im betreuten Gebiet.
Damit betragen die Kampagnenvollkosten 109,90 € je qualifiziertem Kontakt, 219,80 € je Termin und 1.099 € je Mandat. Ein unterschriebener Alleinauftrag ist aber noch kein Verkauf und kein Zahlungseingang. Die Rechnung setzt deshalb zusätzlich voraus, dass dieses Mandat tatsächlich zu einem provisionspflichtigen Abschluss führt und die Provision vollständig eingeht.
Der Deckungsbeitrag vor Akquisekosten beträgt dann 10.000 € minus 3.000 €, also 7.000 €. Nach Abzug der 1.099 € Kampagnenvollkosten bleiben die genannten 5.901 €; allgemeine Bürokosten sind darin nicht berücksichtigt. Die angenommenen 8 Arbeitsstunden dürfen nicht nochmals in den Verkaufsabwicklungskosten enthalten sein.
Was passiert ohne Verkauf oder mit zwei Mandaten?
Beim Nullergebnis ohne Mandat und Verkauf bleiben 1.099 € Kampagnenaufwand ungedeckt, sofern keine weiteren Kosten entstehen. Auch ein gewonnenes, aber unverkauftes Mandat refinanziert die Kampagne nicht; bereits geleistete Verkaufsarbeit kann den Verlust erhöhen. Zwei Mandate ergeben bei unverändertem Aufwand zunächst lediglich 549,50 € Akquisekosten je Mandat; werden beide zu identischen Konditionen verkauft, verbleiben rechnerisch 12.901 €.
Die Liquiditätsamortisation liegt frühestens in der ausdrücklich angenommenen Woche 20 des vollständigen Provisionseingangs, nicht bereits bei Mandatsunterzeichnung. Eigenzeit ist dabei kalkulatorischer Aufwand; für den Liquiditätsplan müssen Sie tatsächliche Auszahlungen separat erfassen. Vor Veröffentlichung dieser Kalkulation müssen der Umsatzsteuerstatus der Anbieterpreise und die Zahlungsfristen geklärt werden; bis dahin ist sie eine bedingte Modellrechnung, keine belastbare Netto- oder Bruttokalkulation.
Welche regionalen Daten helfen bei der Gebietsauswahl?
Verwenden Sie amtliche Geodaten zur Auswahl Ihres Akquisegebiets, nicht zur Ableitung persönlicher Lebensereignisse oder einer Verkaufsabsicht einzelner Eigentümer. Dokumentieren Sie bei jeder Gebietsauswahl Bildaufnahmedatum, Datenstand und Lizenz der verwendeten Datensätze, damit Ihre Entscheidung nachvollziehbar bleibt.
Geoportal NRW erschließt für Nordrhein-Westfalen unter anderem Karten und Luftbilder, mit denen Sie Bebauungsstruktur und Grundstücksumfeld prüfen können. Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL Baden-Württemberg) stellt entsprechende Geobasisdaten für Baden-Württemberg bereit; in Bayern dient der BayernAtlas als amtlicher Kartenzugang. Keiner dieser Zugänge rechtfertigt die pauschale Annahme, sämtliche angezeigten Luftbilder seien gleich aktuell: Prüfen Sie die Metadaten des konkreten Bildes und unterscheiden Sie Aufnahmedatum, Veröffentlichungsstand und Aktualität ergänzender Kartenebenen.
Für ein Maklerbüro ist beispielsweise relevant, ob ein ausgewähltes Quartier überwiegend Einfamilienhäuser oder Geschosswohnungsbau zeigt und ob diese Struktur zum gesuchten Alleinauftrag passt. Aus einem Luftbild lässt sich jedoch weder die Eigentümeridentität noch ein bevorstehender Erbfall ablesen. Auch eine lange unveränderte Dachansicht belegt keinen Sanierungsstau; halten Sie deshalb Beobachtung und Interpretation in Ihrer Gebietsdokumentation getrennt.
Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete 2025 für das Jahr 2024 einen Rückgang der fertiggestellten Wohnungen um 14,4 % gegenüber dem Vorjahr. Der Zensus 2022 weist einen bundesweiten Wohnungsleerstand von 4,3 % aus. Beide Angaben liefern lediglich überregionalen Kontext: Sie belegen weder Angebotsknappheit in Ihrem Stadtteil noch unmittelbar verfügbare Verkaufsobjekte, denn leer stehende Wohnungen können beispielsweise wegen Sanierung oder eines anstehenden Bezugs vorübergehend ungenutzt sein.
Prüfen Sie in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern den jeweils örtlichen Wärmeplan auf der Internetseite der Kommune oder beim zuständigen Planungsträger. Maßgeblich sind der Beschlussstand und die räumliche Abgrenzung der dargestellten Versorgungsgebiete, nicht eine allgemeine Aussage zum Bundesland. Nach § 4 Wärmeplanungsgesetz gelten bundesrechtlich der 30.06.2026 für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnern und der 30.06.2028 für Gemeindegebiete mit höchstens 100.000 Einwohnern; maßgeblich ist die Einwohnerzahl am 01.01.2024.
Ein Wärmeplan ist eine strategische Planungsgrundlage und für sich genommen keine verbindliche Zusage eines Wärmenetzanschlusses. Weder Wärmeplanung noch Gebäudeenergiegesetz beweisen Verkaufsdruck oder begründen pauschal ein individuelles Heizungsverbot; konkrete Rechtsfolgen benötigen eine gesonderte Prüfung. Für Ihre Objektakquise folgt daraus eine klare Auswahlregel: Priorisieren Sie Gebiete nach passender Objektstruktur und belegbaren lokalen Marktbedingungen, und nutzen Sie Wärmeplanung nur als sachlichen Gesprächskontext für Eigentümer, die Beratung wünschen.
Was sich 2026 verändert hat
Für 2026 liegen im Recherchepaket keine belastbaren Zeitreihen zu steigenden Kontaktkosten oder zunehmender Kanalsättigung vor; deshalb lässt sich daraus kein entsprechender Markttrend ableiten. Ein überprüfbarer regulatorischer Zeitbezug ist dagegen der 30. Juni 2026: Nach § 4 Wärmeplanungsgesetz müssen für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnern zum Stichtag 1. Januar 2024 bis dahin Wärmepläne erstellt sein.
Diese Frist macht Wärmeplanung zu einem datierbaren Beratungsthema, aber nicht zu einem neuen Beleg für Verkaufsbereitschaft. Prüfen Sie bei kommunalen Veröffentlichungen deshalb das Veröffentlichungsdatum und den tatsächlichen Planungsstand, bevor Sie einen zeitbezogenen Anlass im Eigentümeranschreiben verwenden. Ein Entwurf und ein veröffentlichter Wärmeplan sind unterschiedliche Informationsgrundlagen; keines von beiden rechtfertigt die Behauptung, Eigentümer müssten jetzt verkaufen.
JustDenis empfiehlt 2026, Akquisekontakte mit Quelle, Status und Nachfassaktivitäten im CRM oder einer strukturierten Tabelle zu dokumentieren. Das ist eine qualitative Prozessempfehlung, kein Nachweis dafür, dass CRM-Nutzung die Abschlussquote um einen bestimmten Prozentsatz erhöht. Für Ihr Maklerbüro liegt der Nutzen zunächst darin, spätere Mandate ihrer ursprünglichen Kontaktquelle zuordnen zu können.
Kommunikation ist Gold beschreibt 2026 einen fünfteiligen Akquise-Mix aus Empfehlungen, Google-Sichtbarkeit, Tippgebern, Direktansprache und Immobilienbewertungs-Ratgebern. Auch diese Einordnung belegt weder eine Rangfolge nach Kontaktmenge noch zunehmende Kanalsättigung. Übernehmen Sie daraus die Prüfung ergänzender Zugangswege, aber keine unbelegte Budgetverschiebung: Eine weitere Methode verdient erst dann zusätzliches Budget, wenn ihr Beitrag zu qualifizierten Eigentümergesprächen nachvollziehbar wird.
Für Aussagen zur eigenen Kostenentwicklung brauchen Sie vergleichbare Quartalskohorten: Kontakte werden nach dem Quartal ihres Erstkontakts gruppiert und jeweils über denselben Zeitraum beobachtet. Als methodischer Richtwert können Sie zwei Quartale mit jeweils drei Monaten vergleichen und jeder Kontaktgruppe beispielsweise zwölf Wochen Nachbeobachtung geben; das ist eine Vergleichsregel, keine behauptete Marktdurchschnittsdauer. Halten Sie Gebiet, Objektsegment und die Definition einer qualifizierten Anfrage möglichst konstant und rechnen Sie interne Arbeitszeit in beiden Gruppen gleich ab.
Ein höherer Preis je Anfrage allein beweist keine Kanalsättigung. Geänderte Zielgebiete, ein anderer Bewertungsanlass oder später erfasste Rückmeldungen können den Vergleich verzerren. Trennen Sie deshalb veränderte Einkaufskosten von Veränderungen Ihrer Auswahl und Bearbeitung, bevor Sie einen Akquiseweg zurückfahren.
Als ungeeignetes Alt-Rezept ist die unaufgeforderte Telefonansprache privater Inserenten zurückzuweisen. Ihre rechtlichen Grenzen gelten nicht erst 2026: Nach § 7 UWG benötigen Werbeanrufe gegenüber Verbrauchern eine vorherige ausdrückliche Einwilligung; eine veröffentlichte Telefonnummer im Verkaufsinserat ersetzt diese grundsätzlich nicht. Planen Sie solche Anrufe daher nicht als vermeintlich kostenlose Alternative zu bezahlter Eigentümergewinnung ein.
Wie messen Sie Mandatsgewinn und vermeiden teure Fehler?
Steuern Sie Ihre Objektakquise auf Kosten je qualifiziertem Eigentümerkontakt, Alleinauftrag und provisionswirksamem Verkauf; im Rechenbeispiel ergeben sich 109,90 € je Kontakt, 219,80 € je Termin und 1.099 € je Mandat. QR-Scans allein sind kein Akquiseerfolg, und Ihre wirtschaftliche Obergrenze bestimmt der verbleibende Deckungsbeitrag eines tatsächlich abgeschlossenen Verkaufs.
Die Rechnung beruht auf Szenarioannahmen: 1.099 € Kampagnenkosten werden durch 10 qualifizierte Eigentümerkontakte, 5 wahrgenommene Termine und 1 gewonnenes Mandat geteilt. Daraus folgen rechnerisch 50 % Terminquote und 20 % Mandatsquote aus Terminen, keine gemessenen Erfolgswerte oder Zielversprechen. Als qualifiziert zählt hier ein Kontakt mit bestätigter Eigentümerstellung, passendem Objekt und konkret besprochenem Verkaufsinteresse.
JustDenis empfiehlt im Akquise-Ratgeber 2026, Kontaktquelle, Status und Nachfassaktivitäten im CRM oder einer strukturierten Tabelle zu erfassen. Ergänzen Sie diese Felder um die Versandkohorte, also die gemeinsam gestartete Empfängergruppe einer Kampagne, sowie Kosten und Abschlussdatum. Diese Kohortenzuordnung ist eine methodische Ergänzung: Ein später gewonnener Alleinauftrag bleibt seiner ursprünglichen Kampagne zugeordnet und verbessert nicht irrtümlich die Bilanz des Abschlussmonats.
Erfassen Sie QR-Scans und Landingpage-Aufrufe getrennt von identifizierten Anfragen, Rückrufen, wahrgenommenen Terminen und unterschriebenen Alleinaufträgen. Führen Sie Mehrfachkontakte desselben Eigentümers zusammen und fragen Sie bei telefonischen Rückmeldungen nach dem Auslöser. Ein Mandat ist noch kein Umsatz: Ohne provisionswirksamen Verkauf sind dessen Akquisekosten weiterhin unverdient; Kosten je Verkauf lassen sich bei null Verkäufen nicht sinnvoll als Quotient ausweisen.
Welche Fehler kosten am meisten Geld?
Übersehene Arbeitszeit verfälscht die Kanalentscheidung: Angenommene 8 Stunden für Recherche und Nachfassen zu intern kalkulierten 50 € ergeben 400 € zusätzliche Kosten. Wären diese im Szenariobudget von 1.099 € noch nicht enthalten, stiege der Aufwand auf 1.499 € und bei einem Mandat entsprechend auf 1.499 € je Mandat. Dies ist ein Rechenbeispiel, kein beobachteter Personalaufwand.
Fehladressierungen kosten ebenfalls Geld: Hypothetische 20 zusätzliche Briefe außerhalb des Inklusivkontingents im Start-Paket verursachen nach Anbieterangaben für Immobilien 20 × 3,70 € = 74 €. Innerhalb des Inklusivkontingents entsteht dieser Zusatzbetrag nicht; dort verbrauchen falsche Anschriften bereits bezahlte Versandkapazität. Bleibt die Beispielkampagne ohne Mandat, stehen 1.099 € Kampagnenkosten zunächst null gewonnenen Aufträgen gegenüber, statt einem vermeintlichen Preis von 0 € je Auftrag.
Setzen Sie deshalb eine eigene Deckungsbeitragsgrenze statt unbelegter Branchen-Zielkorridore: Erwartete Provision abzüglich variabler Verkaufsabwicklung und gewünschtem Ergebnisbeitrag ergibt Ihr maximales Akquisebudget je provisionswirksamem Verkauf. Prüfen Sie unreife Kohorten getrennt von abgeschlossenen Verkaufsfällen. Erst diese Trennung zeigt, ob Nachfassen noch wirtschaftlich vertretbar ist oder die nächste Kampagne eine andere Gebietsauswahl benötigt.
Grenzen von Postry
Postry passt nicht, wenn Sie heute bereits verkaufsbereite Anfragen benötigen oder eine per Schnittstelle verfügbare Eigentümernamensliste erwarten. Für sofort benötigte Kontakte ist ein geprüftes Portalangebot geeigneter; für wenige vorhandene Warmkontakte empfiehlt sich direkte persönliche Betreuung statt einer zusätzlichen Briefkampagne.
Ein Portalangebot sollten Sie auf Herkunft und Aktualität der Anfrage sowie eine mögliche Mehrfachvergabe prüfen, bevor Sie dafür bezahlen. Auch ein gekaufter Kontakt garantiert keinen Alleinauftrag. Bei bestehenden Kontakten kann dagegen ein persönlich vereinbarter Bewertungstermin sinnvoller sein als der Aufbau einer weiteren Ansprache, sofern der jeweilige Kontaktweg rechtlich zulässig ist.
Eigentümernamen sind nicht automatisch verfügbar: Nach Grundbuchordnung § 12 setzt die Grundbucheinsicht ein berechtigtes Interesse voraus; ein allgemeiner Akquisewunsch eröffnet keinen freien Zugang. Bei Haushalten liefert die Plattform Adressen, keine per Schnittstelle abrufbare Eigentümernamensliste. Eine Gebäudeadresse identifiziert weder zuverlässig den Eigentümer noch dessen aktuelle Zustellanschrift, insbesondere bei vermieteten Wohnungen oder Erbengemeinschaften.
Briefwerbung braucht Zeit für Druck, Zustellung und die Entscheidung des Empfängers. Ein zugestellter Brief ist deshalb keine sofort verfügbare Verkaufsanfrage, und ein QR-Scan belegt zunächst lediglich Interesse am verlinkten Inhalt. Fehlen Ihnen kurzfristig Objekte für die Vermarktung, sollten Sie den erwarteten Rücklauf einer neuen Briefkampagne nicht als gesicherten Mandatsbestand einplanen.
Auch die Objektauswahl hat klare Grenzen: Luftbildmerkmale sind Schätzungen mit Konfidenz, kein Gutachten über Zustand, Wert oder Verkaufsabsicht. Die Auswertung der Postry-Plattform, Stand 25.10.2026, umfasst 43.293 geprüfte Gebäude; 2,8 % dieser Gebäude erreichen eine Trefferbewertung ab 70 Punkten. Diese Bewertung belegt ausdrücklich keine Verkaufsbereitschaft und erlaubt keine Aussage darüber, wie viele Eigentümer einen Makler beauftragen werden.
Für die Investitionsentscheidung zählt deshalb ein dokumentierter Test mit erfassten Gesamtkosten und nachvollziehbar qualifizierten Eigentümerkontakten. Rechnen Sie den erwarteten Deckungsbeitrag nach Akquisekosten aus vorsichtig angesetzten provisionswirksamen Verkäufen, erwarteter Provision und den zugehörigen variablen Kosten. Unterschriebene Mandate ohne abgeschlossenen Verkauf sind dabei noch kein realisierter Provisionsertrag; offene Verkaufsfälle bleiben als Unsicherheit sichtbar.
Die Vertiefung zu Mandatskosten in der Makler-Akquise unterstützt die Kalkulation; der Farming-Kampagnenplan für Makler hilft bei einer längerfristigen Gebietsbetreuung. Für die Auswahl nutzen Sie die Gebietsanalyse von der PLZ zur Adressliste und prüfen die Bewertungsgrenzen anhand der Methodik der Datenauswertung. Bauen Sie die Ansprache erst aus, wenn der dokumentierte Test einen positiven erwarteten Deckungsbeitrag nach Akquisekosten stützt, nicht bereits bei steigenden Scan-Zahlen.
Wunschgebiet und Mandatsziel festlegen
Begrenzen Sie Ihre Auswahl auf ein Gebiet und eine Objektart. Ein erster Test über 12 Wochen ist ein organisatorischer Richtwert, keine Zusage für den Mandatseingang.
Quellen und Kontaktberechtigung dokumentieren
Erfassen Sie Herkunft, Erhebungsdatum und Aussagegrenzen jeder Information. Prüfen Sie bei personenbezogenen Daten Rechtsgrundlage, Informationspflichten und vorhandene Werbewidersprüche.
Zwei passende Akquisewege auswählen
Kombinieren Sie beispielsweise freigegebene Empfehlungen mit adressierten Briefen. Wählen Sie ein Portal statt einer Aufbaukampagne, wenn Sie kurzfristig vorhandene Verkaufsanfragen benötigen.
Bewertungsangebot und Ansprache vorbereiten
Bieten Sie eine nachvollziehbare Marktpreiseinschätzung mit Datengrundlage und Unsicherheit an. Formulieren Sie weder eine angeblich bekannte Verkaufsabsicht noch eine unbelegte Behauptung über vorhandene Käufer.
Reaktionswege und CRM einrichten
Verbinden Sie Kampagnenkennung, QR-Landingpage und Telefonkontakt mit einem CRM-Datensatz. Trennen Sie Interessenten, qualifizierte Eigentümerkontakte, Termine, Mandate und Verkäufe.
Versenden und erlaubnisgerecht nachfassen
Prüfen Sie Anschriften vor Druck und Versand. Vereinbaren Sie mit reagierenden Eigentümern den nächsten Kontakt und berücksichtigen Sie Widersprüche sofort.
Vollkosten und Mandatsqualität auswerten
Rechnen Sie Arbeitszeit zu den externen Kosten hinzu und werten Sie Kampagnen nach einheitlichem Beobachtungszeitraum aus. Erhöhen Sie das Budget erst, wenn belastbare eigene Ergebnisse und die verbleibende Bearbeitungskapazität dafür sprechen.
Vergleich der Alternativen
| Ausgangslage | Bevorzugter Weg | Kostenbasis | Vorlauf | Wichtigste Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Zufriedene Bestandskunden vorhanden | Freigegebene persönliche Empfehlung | Arbeitszeit und gegebenenfalls rechtlich geprüfte Tippgeberkosten | Gespräch nach gewünschter Vorstellung möglich | Nicht beliebig skalierbar |
| Bereits vorliegende Verkaufsanfragen gesucht | Geprüftes Leadportal | Aktuelles Angebot plus Bearbeitungszeit | Verfügbarkeitsabhängig, eher passend als Briefaufbau | Exklusivität, Herkunft und Kontaktberechtigung prüfen |
| Konkrete lokale Suchnachfrage vorhanden | Google Ads | Tatsächliche Werbe- und Betreuungskosten je qualifizierter Anfrage | Ab Freigabe und Auslieferung möglich, ohne Kontaktgarantie | Keine belastbaren Anfragepreise im Recherchepaket |
| Eigentümer frühzeitig erreichen | Social Ads | Tatsächliche Werbe- und Bearbeitungskosten | Ab Auslieferung möglich, Verkaufsreife offen | Formularanfrage nicht mit qualifiziertem Mandatskontakt gleichsetzen |
| Wunschgebiet systematisch aufbauen | Adressierter Brief mit QR-Code, etwa Postry | Profi: 699 € monatlich einschließlich 250 Briefen, nach Anbieterangaben | 12 Wochen als organisatorischer Testrichtwert | Keine Eigentümernamen per Schnittstelle, keine Sofortanfrage |
| Private Verkaufsinserate mit Telefonnummer | Keine Telefonkaltakquise ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung | Nicht als zulässige Standardoption kalkulierbar | Entfällt ohne Einwilligung | Öffentliche Telefonnummer ersetzt keine Werbeeinwilligung |
Regionale Hinweise Deutschland
- Nordrhein-Westfalen: Geoportal NRW für verfügbare Luftbilder und Geobasisdaten nutzen; Aufnahmedatum und Nutzungsbedingungen auf Ebene des jeweiligen Datensatzes prüfen.
- Baden-Württemberg: Angebote des LGL Baden-Württemberg nach Gebietsabdeckung und Datenstand prüfen; landesrechtliche Vorgaben zur Wärmeplanung zusätzlich zum Bundesrecht berücksichtigen.
- Bayern: Im BayernAtlas verfügbare Daten und Bildstände prüfen; nicht von landesweit identischen Aufnahmezeitpunkten ausgehen.
- Kommunale Wärmeplanung: § 4 Wärmeplanungsgesetz sieht grundsätzlich den 30.06.2026 für Gemeindegebiete mit mehr als 100.000 Einwohnern und den 30.06.2028 für kleinere Gemeindegebiete vor; maßgeblicher Einwohnerstichtag ist der 01.01.2024.
- Luftbild, Bodenrichtwert und Wärmeplan beschreiben Objekt- oder Gebietseigenschaften. Daraus folgen weder Eigentümeridentität noch Verkaufsabsicht.
Glossar
Begriffe kurz erklärt
- Objektakquise
- Objektakquise ist die systematische Gewinnung von Immobilien zur Vermarktung im Auftrag ihrer Eigentümer.
- Farming
- Farming bezeichnet die kontinuierliche Bearbeitung eines begrenzten Immobiliengebiets mit lokal relevanten Angeboten und wiederkehrender Präsenz.
- Qualifizierter Eigentümerkontakt
- Ein qualifizierter Eigentümerkontakt ist ein erreichbarer Eigentümer oder legitimierter Vertreter, dessen Objekt zum Suchprofil passt und mit dem ein konkreter Vermarktungsbedarf geklärt wurde.
- Alleinauftrag
- Ein Alleinauftrag ist eine vertragliche Bindung, bei der ein Eigentümer für einen vereinbarten Zeitraum grundsätzlich keinen weiteren Makler mit derselben Vermittlung beauftragt; Einzelheiten bestimmt der Vertrag.
- Kontaktquote
- Die Kontaktquote ist der Anteil definierter Kontakte an einer ausdrücklich benannten Bezugsmenge, beispielsweise qualifizierte Eigentümerkontakte geteilt durch zugestellte Briefe.
- Mandatsquote
- Die Mandatsquote ist der Anteil gewonnener Makleraufträge an einer festgelegten Vorstufe, etwa durchgeführten Eigentümerterminen.
- Mandatsakquisekosten
- Mandatsakquisekosten sind die einer Kampagne zurechenbaren externen und internen Kosten geteilt durch die daraus gewonnenen Makleraufträge.
- Deckungsbeitrag
- Der Deckungsbeitrag ist der Erlös abzüglich der jeweils definierten variablen Kosten; im Leitfaden werden Verkaufsabwicklung und Kampagnenkosten getrennt ausgewiesen.
- CRM-Kohorte
- Eine CRM-Kohorte umfasst Kontakte mit einer gemeinsamen Herkunft oder einem gemeinsamen Startzeitraum, deren Entwicklung über vergleichbare Beobachtungsfristen ausgewertet wird.
Praxis-Tools
Checklisten und Muster-Anschreiben zum Mitnehmen
Direkt einsatzbereit, ohne Anmeldung. Passagen in eckigen Klammern ersetzen und im Namen Ihres Betriebs verwenden.
Checkliste
Checkliste: Briefwerbung rechtssicher aufsetzen
Die wichtigsten Punkte zu Adressen, Bildern und Dokumentation.
- 1.Nur adressierte Briefwerbung – keine Namen aus nicht öffentlichen Registern.
- 2.Rechtsgrundlage dokumentieren (berechtigtes Interesse, Art. 6 Abs. 1 f DSGVO).
- 3.Werbewiderspruch aufnehmen und Adresse dauerhaft sperren.
- 4.Herkunft der Objektdaten je Adresse speichern.
- 5.Luftbilder nur gemäß Lizenz der Quelle verwenden.
- 6.KI-Einschätzungen als Hinweis kennzeichnen, nicht als Gutachten.
- 7.Sperrliste vor jedem Versand abgleichen.
- 8.Löschfristen für nicht reagierende Adressen festlegen.
- 9.Auftragsverarbeitung mit Druckdienstleister regeln.
- 10.Impressum und Datenschutzerklärung auf jeder Landingpage.
Arbeitsblatt
Arbeitsblatt: Kampagne durchrechnen
Rechenschema von Briefmenge über Response bis zu Kosten pro Auftrag und Deckungsbeitrag.
- 1.Briefe geplant: ______ Stück
- 2.Kosten je Brief (Druck + Porto): ______ €
- 3.Kampagnenkosten gesamt: Briefe × Kosten = ______ €
- 4.Erwartete Response-Quote: ______ % → Reaktionen: ______
- 5.Terminquote aus Reaktionen: ______ % → Termine: ______
- 6.Abschlussquote aus Terminen: ______ % → Aufträge: ______
- 7.Durchschnittlicher Auftragswert: ______ €
- 8.Umsatz: Aufträge × Auftragswert = ______ €
- 9.Kosten pro Auftrag: Kampagnenkosten ÷ Aufträge = ______ €
- 10.Deckungsbeitrag: Umsatz × Marge − Kampagnenkosten = ______ €
Checkliste
Checkliste: Gebiet richtig eingrenzen
Zehn Punkte, mit denen Sie ein Akquisegebiet vor dem Scan sauber abgrenzen und Fehltreffer vermeiden.
- 1.Fahrzeit vom Betrieb festlegen (Richtwert: maximal 30 Minuten).
- 2.Postleitzahlen oder Umkreis in Kilometern definieren.
- 3.Bebauungstyp wählen: Einfamilienhaus, Doppelhaus, Mehrfamilienhaus.
- 4.Baualtersklasse setzen (z. B. 1975–1995 für Dachsanierung).
- 5.Ausschlusskriterien notieren (Denkmalschutz, Reihenhauszeilen, Gewerbegebiete).
- 6.Mindestgrundstücksgröße festlegen (Pool ab 800 m², Baumpflege ab 1.000 m²).
- 7.Vorhandene Kunden und Bestandsadressen ausschließen.
- 8.Wettbewerbsdichte im Gebiet prüfen.
- 9.Kampagnengröße bestimmen: erst 200–500 Briefe testen.
- 10.Erfolgsziel schriftlich festhalten (Scans, Termine, Aufträge).
FAQ
Häufige Fragen
- Ist Kaltakquise für Immobilienmakler erlaubt?
- Kaltakquise ist für Immobilienmakler je nach Kontaktweg und Voraussetzungen erlaubt, aber werbliche Anrufe bei Privatpersonen benötigen vorherige ausdrückliche Einwilligung. Ein öffentliches Verkaufsinserat ersetzt diese nicht. Briefwerbung kann nach Interessenabwägung auf DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f beruhen; Informationspflichten und Werbewidersprüche bleiben verbindlich.
- Welche Methoden gibt es für die Kundenakquise?
- Für Makler kommen Empfehlungen, lokale Netzwerke, Bewertungsangebote, Suchmaschinenmarketing, soziale Medien, Portale und zulässige Direktansprache infrage. Der Leitfaden vergleicht 6 Kontaktwege nach Vollkosten, Kontaktqualität und Vorlaufzeit. YNFINITE nennt 2024 mehrere dieser Methoden, veröffentlicht damit aber keine belastbare Rangfolge nach Mandatsquote oder Kosten je gewonnenem Alleinauftrag.
- Wie viel verdient ein guter Makler?
- Das Einkommen eines guten Maklers lässt sich ohne Geschäftsmodell, Verkaufszahl und Kostenstruktur nicht seriös beziffern. Im ausdrücklich hypothetischen Artikelbeispiel stehen 10.000 € Provisionserlös ohne Umsatzsteuer 3.000 € variablen Verkaufskosten und 1.099 € Kampagnenkosten gegenüber. Die verbleibenden 5.901 € sind weder persönliches Nettoeinkommen noch Jahresgewinn.
- Wie mache ich richtig Akquise?
- Richtige Akquise beginnt mit einem begrenzten Zielgebiet, einem belegbaren Kontaktanlass und einem zulässigen Kontaktweg. Planen Sie als organisatorischen Richtwert einen Test über 12 Wochen und dokumentieren Sie Reaktionen bis zum Verkauf. Das Rechenbeispiel zeigt außerdem, warum 400 € angenommene interne Arbeitskosten in die Kampagnenrechnung gehören.
- Wie komme ich als Immobilienmakler an Aufträge?
- Sie gewinnen Aufträge, indem Sie passende Eigentümer erreichen, ihren Verkaufsbedarf klären und eine nachvollziehbare Vermarktungsleistung anbieten. Starten Sie bei vorhandenen Bestandskunden mit freigegebenen Empfehlungen und ergänzen Sie einen messbaren Gebietskanal. Im hypothetischen Beispiel führen 10 qualifizierte Kontakte über 5 Termine zu 1 Mandat, nicht automatisch zu einem Verkauf.
- Ist Kaltakquise strafbar?
- Unzulässige Kaltakquise ist nicht automatisch eine Straftat, kann aber Unterlassungsansprüche, Bußgelder und datenschutzrechtliche Folgen auslösen. Unerlaubte Verbraucherwerbeanrufe können nach § 20 UWG mit bis zu 300.000 € Bußgeld geahndet werden. Entscheidend sind Kontaktweg und konkrete Umstände; die rechtliche Einordnung im Artikel ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.
- Wie erkenne ich unseriöse Makler?
- Warnsignale sind unklare Vertragsbedingungen, unbelegte Käuferbehauptungen und Druck zur schnellen Unterschrift; ein einzelnes Merkmal beweist jedoch keinen Rechtsverstoß. Prüfen Sie die Erlaubnis nach § 34c GewO, Provisionsbedingungen und die Herleitung der Bewertung. Im Artikelbeispiel sind 10.000 € Provision ausdrücklich eine Rechenannahme und kein allgemeiner Marktpreis.
- Wer darf als Immobilienmakler arbeiten?
- Wer selbstständig gewerbsmäßig Immobilien vermitteln oder entsprechende Abschlussgelegenheiten nachweisen will, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis nach § 34c GewO. Dabei werden insbesondere Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse geprüft. Für Immobilienmakler und unmittelbar mitwirkende Beschäftigte gelten grundsätzlich 20 Stunden Weiterbildung innerhalb von 3 Kalenderjahren; Einzelheiten und Ausnahmen regelt die MaBV.
- Welche Akquisewege bringen Immobilienmaklern die meisten Eigentümerkontakte?
- Ein allgemeiner Sieger nach Kontaktzahl lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht belegen. Empfehlungen liefern konkrete Gesprächsanlässe, Portale vorhandene Anfragen und adressierte Briefe kontrollierbare Gebietskontakte. Vergleichen Sie 6 Kanäle anhand qualifizierter Eigentümerkontakte statt Klicks; im Rechenbeispiel kosten 10 solche Kontakte bei 1.099 € Gesamtaufwand jeweils 109,90 €.
- Wie funktioniert die Objektakquise über Empfehlungen und bestehende Kunden?
- Empfehlungsakquise funktioniert, wenn zufriedene Kunden einen kontaktbereiten Eigentümer vorstellen und dieser die Kontaktaufnahme tatsächlich wünscht. Bitten Sie beispielsweise nach einem erfolgreichen Verkauf um eine persönliche Vorstellung, nicht um ungeprüfte Adresslisten. Dokumentieren Sie im CRM Quelle und Kontaktfreigabe; eine solche Vorstellung ist 1 konkreter Anlass, aber keine garantierte Beauftragung.
- Welche Rolle spielen Immobilienbewertungen bei der Objektakquise?
- Immobilienbewertungen schaffen einen sachlichen Gesprächseinstieg, weil sie Eigentümern bei der Einordnung eines möglichen Verkaufs helfen. onOffice beschreibt kostenlose Bewertungen 2021 als niedrigschwelligen Akquiseansatz. Trennen Sie eine automatisierte Wertindikation von einer fundierten Objektbewertung und prüfen Sie Verkaufsabsicht separat; 1 Bewertungsanfrage ist weder ein Alleinauftrag noch eine umfassende Werbeeinwilligung.
- Wie lässt sich Objektakquise mit Google, lokaler SEO und Social Media unterstützen?
- Google, lokale SEO und Social Media unterstützen Objektakquise durch auffindbare Standortinformationen und nachvollziehbare Antworten auf Eigentümerfragen. Verknüpfen Sie Ihr Google Unternehmensprofil, örtliche Marktberichte und Bewertungsangebote mit messbaren Kontaktwegen. Inmoedit empfiehlt 2025 lokale Berichte zu Preisen und Vermarktungsdauer; Reichweite und QR-Scans werden im Artikel ausdrücklich getrennt von Mandaten bewertet.
Behandelte Themen
Quellen und Belege
- https://www.pricehubble.com/de/blog/ideen-immobilienakquise-effektiv-neue-kunden-gewinnen
- https://ynfinite.com/de/maklerwissen/immobilienmakler-immobilien-akquise
- https://www.marketing-guys.immobilien/20-strategien-fuer-eine-effektive-objektakquise-fuer-immobilienmakler/
- https://nabenhauer-consulting-onlinemarketing.com/kundenakquise-fuer-immobilienmakler/
- https://sellwerk.de/wissenswert/kundenakquise-immobilienmakler
- https://www.inmoedit.com/de/blog/wie-man-kunden-als-immobilienmakler-gewinnt
- https://www.justdenis.de/immobilienmakler-akquise/
- https://onoffice.com/blog/marketing/erfolgreiche-immobilien-akquise/
- https://kommunikation-ist-gold.de/kundenakquise/
- https://ynfinite.com/de/news/immobilienmakler-immobilien-akquise
- Auswertung der Postry-Plattform, Stand 25.10.2026
- Auswertung der Postry-Plattform, Stand 25.10.2026; keine Verkaufswahrscheinlichkeit
Angaben zu Kosten, Quoten und Fristen sind Erfahrungs- und Marktwerte. Bitte für den eigenen Betrieb und das eigene Bundesland prüfen. Es gelten unsere Redaktionsrichtlinien.
Alle Beiträge dieses Leitfadens
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