
Inhaltsverzeichnis · 15 Abschnitte
- Wie gewinnen Sie mit Dachflächen und regionalen Daten planbar Solarkunden?
- Welche Dachmerkmale rechtfertigen einen persönlichen PV-Brief?
- Wie wird aus Dachfläche eine vorsichtige Ertragsschätzung?
- Welche Methode der Kundengewinnung rechnet sich wirklich?
- Transparenzhinweis im Überblick
- Wie setzen Sie die Akquise auf und messen daraus echte Aufträge?
- Was kostet eine Kampagne und wann verdient sie sich zurück?
- Hypothetisches Rechenbeispiel für einen Betrieb mit 15 Mitarbeitern
- Welche regionalen und rechtlichen Grenzen müssen Sie beachten?
- Welche Fehler verteuern einen PV-Auftrag am stärksten?
- Ungeeignete Kontakte vor dem Aufmaß aussortieren
- Abschlussverluste und ungeeignete Zusatzbriefe getrennt rechnen
- Nachfrage und Mehrfachkontakte sauber unterscheiden
- Was sich 2026 verändert hat
- Grenzen von Postry
Wie gewinnen Sie mit Dachflächen und regionalen Daten planbar Solarkunden?
Für 4 freie Montageplätze benötigen Sie bei angenommenen 20 % Abschlussquote 20 qualifizierte Anfragen: Planbare Solar-Kundenakquise beginnt deshalb mit Ihrer verfügbaren Montagekapazität. Wählen Sie anschließend Gebäude im bedienbaren Gebiet anhand von Dachpotenzial aus und prüfen Sie die Kaufabsicht getrennt im Gespräch; die Quote ist eine Annahme im Rechenbeispiel, kein gemessener Branchenwert.
Legen Sie zuerst fest, in welchem Zeitraum Sie die 4 Anlagen montieren können und welche Anfahrten wirtschaftlich bleiben. Eine qualifizierte Anfrage bedeutet hier: Das Objekt liegt im Einsatzgebiet, der Interessent ist entscheidungsbefugt und ein konkreter Installationszeitraum wurde besprochen. Eine geeignete Dachfläche allein erfüllt diese Bedingungen nicht und zählt deshalb noch nicht als Anfrage.
Für die Adressauswahl verbinden Sie Gebäudeumrisse und Adressen mit verfügbaren Luftbildern sowie Hinweisen auf bestehende Anlagen. OpenStreetMap unterstützt die räumliche Zuordnung; Geoportal NRW ermöglicht für Nordrhein-Westfalen die Prüfung verfügbarer Geodaten und Luftbilder. Das Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister ergänzt registrierte Anlagen, ersetzt jedoch weder eine objektscharfe Sichtprüfung noch die Bestätigung durch den Eigentümer.
| Datenquelle | Aussagekraft für die Auswahl | Aktualitätsprüfung | Grenze |
|---|---|---|---|
| OpenStreetMap | Gebäudeumrisse, Straßen und teils Hausnummern | Bearbeitungsstand des jeweiligen Objekts prüfen | Vollständigkeit und Gebäudeattribute variieren |
| Geoportal NRW | Verfügbare Luftbilder und Gebäudedaten für Nordrhein-Westfalen | Aufnahmedatum und Metadaten des konkreten Datensatzes prüfen | Bilddatum ist nicht automatisch Veröffentlichungsdatum |
| Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister | Hinweise auf registrierte PV-Anlagen | Registrierungsdaten, Inbetriebnahmedatum und Datenstand prüfen | Zuordnung zum einzelnen Dach kann unklar bleiben |
| Eigene Anfrage- und Kundendaten | Bereits bekannte Objekte und bestätigtes Interesse | Datum des letzten Kontakts und Projektstatus prüfen | Erfassen keine bislang unbekannten Interessenten |
Prüfen Sie im Luftbild, ob Module erkennbar sind und welche Dachbereiche grundsätzlich nutzbar erscheinen. Dokumentieren Sie unklare Befunde, statt fehlende Module als sicheren Beweis für ein unversorgtes Gebäude zu behandeln. Ende 2025 waren in Deutschland knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen installiert, laut Statistischem Bundesamt (Destatis), 2026; diese Marktgröße sagt allerdings nichts über die Kaufbereitschaft eines einzelnen Haushalts aus.
Postry ist eine Software für Kundengewinnung per persönlichem Brief: Sie findet Firmen, Arbeitgeber, Eigentümer und Häuser mit einem konkreten Anlass, schreibt die Entscheider persönlich an und misst jede Reaktion über QR-Code, Landingpage und CRM. Auswertung der Postry-Plattform, Stand 2026-11-02: Von 43.293 geprüften Gebäuden erreichten 2,8 % eine Trefferbewertung ab 70 Punkten. Diese Bewertung priorisiert die Gebäudeauswahl, belegt aber weder technische Eignung noch Kaufabsicht; Luftbildbefunde bleiben Schätzungen, und Eigentümernamen sind nicht per Schnittstelle verfügbar. Für Ihre Kapazitätsplanung zählen deshalb bestätigte Anfragen statt bewerteter Dächer.
Welche Dachmerkmale rechtfertigen einen persönlichen PV-Brief?
Ein persönlicher PV-Brief ist begründet, wenn eine voraussichtlich nutzbare Dachfläche, geeignete Ausrichtung und geringe Verschattung zusammentreffen und keine Module erkennbar sind. Prüfen Sie diese vier Merkmale gemeinsam; auch Ost-West-Dächer bleiben geeignete Kandidaten, statt allein Süddächer auszuwählen.
Entscheidend ist die belegbare Fläche, nicht die gesamte erkannte Dachfläche. Die Auswertung der Postry-Plattform, Stand 2026-11-02, weist für eine Stichprobe von n = 1.000 Gebäuden einen Median der erkannten Dachfläche von 147 m² aus. Dieser Wert beschreibt weder die tatsächlich mit Modulen belegbare Fläche noch eine zugesicherte Anlagenleistung: Gauben, Dachfenster und erforderliche Abstände reduzieren die Belegung. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob Bildgeometrie und Dachneigung ausreichend berücksichtigt wurden.
| Merkmal | Wirkung auf die Auswahl | Datenquelle | Unsicherheit |
|---|---|---|---|
| Nutzbare Dachfläche | Größere zusammenhängende Bereiche erleichtern die Modulbelegung | Luftbild, Gebäudeumriss, gegebenenfalls 3D-Gebäudemodell | Abstände, Aufbauten und Dachmaße vor Ort bestätigen |
| Süd- oder Südwestausrichtung | Begründet eine nähere Ertragsprüfung | Georeferenziertes Luftbild, Dachmodell | Neigung und lokale Verschattung verändern den Ertrag |
| Ost-West-Ausrichtung | Kann Stromproduktion über Morgen und Nachmittag verteilen | Dachmodell, Luftbild | Ertrag und Eigenverbrauch hängen von Neigung und Lastprofil ab |
| Geringe erkennbare Verschattung | Spricht für eine vertiefte Eignungsprüfung | Luftbild, Höhenmodell, Baumbestand | Einzelaufnahme zeigt keinen vollständigen Jahresverlauf |
| Keine erkennbaren Module | Liefert einen Anlass zur Ansprache wegen möglicher Erstinstallation | Datiertes Luftbild | Seit der Aufnahme kann bereits eine Anlage installiert worden sein |
Wie wird aus Dachfläche eine vorsichtige Ertragsschätzung?
Ein hypothetisches Rechenbeispiel verwendet drei ungemessene Richtwerte: 50 m² nutzbare Fläche, einen Flächenbedarf von 5 m²/kWp und einen spezifischen Jahresertrag von 950 kWh/kWp. Daraus folgen rechnerisch 50 m² ÷ 5 m²/kWp = 10 kWp und 10 kWp × 950 kWh/kWp = 9.500 kWh/Jahr. Diese Annahmen sind keine Plattformmessung und keine Ertragszusage; Standort und konkrete Belegung müssen separat berechnet werden.
9.500 kWh/Jahr bezeichnen die angenommene Stromproduktion, nicht den Eigenverbrauch. Eigenverbrauch ist ausschließlich der Anteil, den der Haushalt selbst nutzt; die Euro-Ersparnis beim Strombezug ergibt sich daraus multipliziert mit dem vermiedenen Bezugspreis. Einspeiseerlöse werden getrennt gerechnet, während Finanzierung und Betriebskosten erst in die Wirtschaftlichkeitsrechnung eingehen.
Formulieren Sie den Brief deshalb als Einladung zur Dachprüfung, nicht als Zusage einer bestimmten Ersparnis. Statik, Zustand der Dachhaut und Gerüststellung gehören in die Vor-Ort-Prüfung, bevor Sie ein belastbares Angebot erstellen. Ein passender Anlass lautet etwa: „Die erkennbare Dachfläche könnte für Photovoltaik geeignet sein; gern prüfen wir Belegung und Ertrag anhand Ihres Stromverbrauchs.“
Welche Methode der Kundengewinnung rechnet sich wirklich?
Bei tragfähigem Empfehlungsbestand sollten Sie Empfehlungen zuerst nutzen; für kurzfristige Auslastungslücken kommen Leadportale oder Google Ads infrage, für gezielte Dachansprache adressierte QR-Briefe. Entscheidend sind die Vollkosten je Auftrag: Im Rechenbeispiel ergeben 1.200 € Gesamtaufwand bei 12 qualifizierten Anfragen und 3 Aufträgen jeweils 100 € je Anfrage und 400 € je Auftrag.
Unsere redaktionelle Gewichtung lautet Wirtschaftlichkeit 40 %, Qualifizierung 30 %, Kapazitätssteuerung 20 % und Geschwindigkeit 10 %; das ist eine Entscheidungshilfe, kein Anbietertest. Als qualifiziert zählt eine Anfrage erst, wenn Entscheidungsbefugnis, geeignetes Objekt im Montagegebiet und ein realistischer Umsetzungstermin geklärt sind. Der Markthintergrund ersetzt diese Prüfung nicht: Laut BSW-Solar (2026) entfielen 2025 rund 5,2 GW Zubau auf Dächer von Privathäusern und kleinen Gewerbebetrieben.
Für die Tabelle bezeichnet K sämtliche zurechenbaren Kanalaufwendungen einschließlich Arbeitszeit, Q die qualifizierten Anfragen und A die gewonnenen Aufträge desselben Anfragejahrgangs. Die Formeln sind bewusst keine Marktpreise; Vorlauf und Steuerbarkeit beschreiben den Ablauf, keine garantierte Leistung.
| Kanal | Kosten je qualifizierter Anfrage | Kosten je Auftrag | Vorlaufzeit | Steuerbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Leadportal | K ÷ Q, einschließlich Prüfung | K ÷ A | Nach Verfügbarkeit | Einkaufsmenge steuerbar, Vertragsbedingungen prüfen |
| Google Ads | K ÷ Q, einschließlich Betreuung | K ÷ A | Nach Einrichtung und Freigabe | Budget und Suchgebiet einstellbar |
| Social Ads | K ÷ Q, einschließlich Gestaltung | K ÷ A | Nach Gestaltung und Freigabe | Budget steuerbar, Bedarf vorqualifizieren |
| Telefon | K ÷ Q, einschließlich Gesprächszeit | K ÷ A | Nach rechtlicher Zulässigkeitsprüfung | Zeitaufwand steuerbar, Erreichbarkeit offen |
| Empfehlung | K ÷ Q, einschließlich Betreuung | K ÷ A | Nach Weiterempfehlung | Geringe Mengensteuerung |
| Adressierte QR-Briefe | K ÷ Q, einschließlich Versand | K ÷ A | Druck, Postlauf und Reaktionszeit | Versandgebiet und Menge steuerbar |
| SEO | K ÷ Q, einschließlich Inhaltspflege | K ÷ A | Langfristiger Aufbau | Keine kurzfristige Mengengarantie |
Google-Suche und SEO adressieren aktiv suchende Hauseigentümer; SEO verlangt laufende Inhaltspflege und eignet sich nicht zum kurzfristigen Füllen einer Montagelücke. Social Ads und Dachbriefe sprechen auch Eigentümer ohne akute Suche an: Planen Sie mehr Qualifizierung ein, statt jeden Kontakt zum Aufmaß zu schicken. Telefonische Privatkundenwerbung ohne Einwilligung scheidet nach § 7 UWG aus.
Transparenzhinweis im Überblick
Postry ist eine Software für Kundengewinnung per persönlichem Brief: Sie findet Firmen, Arbeitgeber, Eigentümer und Häuser mit einem konkreten Anlass, schreibt die Entscheider persönlich an und misst jede Reaktion über QR-Code, Landingpage und CRM. Postry hat als Anbieter ein wirtschaftliches Interesse an Briefkampagnen; Postry für Solar und Handwerk ist neben Google Ads und Meta Ads eine Option. Bei Sofortbedarf passt ein verfügbares Portalangebot besser; ein tragfähiger Empfehlungsbestand verdient Vorrang vor zusätzlicher bezahlter Akquise.
Wie setzen Sie die Akquise auf und messen daraus echte Aufträge?
Steuern Sie Ihre Solar-Akquise von der Gebietsauswahl über die Ansprache bis zum zulässigen Nachfassen im CRM und bewerten Sie sie anhand gewonnener Aufträge. Setzen Sie 8 Wochen als ausdrücklich organisatorischen Richtwert für die erste Auswertung an, nicht als versprochene Frist bis zum Auftrag. Halten Sie dafür je Kontakt die Herkunft, den Bearbeitungsstand und den nächsten vereinbarten Kontakt fest.
Ihr Google Unternehmensprofil sollte das tatsächliche Leistungsgebiet, die angebotenen PV-Leistungen und eigene Projektbilder zeigen; bitten Sie abgeschlossene Kundenprojekte um eine ehrliche Bewertung. Regional ausgerichtete Suchanzeigen erreichen Menschen mit konkretem Installationsinteresse: Begrenzen Sie die Auslieferung auf Ihr Montagegebiet und führen Sie Suchanfragen zu passenden Leistungsseiten. SEO lohnt sich als längerfristiger Aufbau eigener Nachfrage, wenn Ihre Seiten regionale Kundenfragen zu Dachbelegung, Zählerschrank und Ertrag substanziell beantworten. Austauschbare Ortsseiten ohne eigene Referenzen sind dafür keine tragfähige Grundlage.
Die PV-Landingpage nennt Ihr lokales Leistungsgebiet und bietet einen eindeutigen Anfrageweg, etwa ein kurzes Formular mit gewünschtem Rückruf. Eine belastbare Beispielrechnung legt Anlagengröße, Ertragsannahmen, Eigenverbrauch und Strompreis offen, statt eine pauschale Ersparnis zu versprechen. Eigene Referenzen zeigen mit Zustimmung der Kunden ausgeführte Anlagen und die jeweiligen technischen Rahmenbedingungen. Dachfläche allein reicht als Wirtschaftlichkeitsnachweis nicht: Die Auswertung der Postry-Plattform, Stand 02.11.2026, weist bei einer Datenbasis von 1.000 Gebäuden einen Median der erkannten Dachfläche von 147 m² aus, aber keinen daraus belegten Stromertrag.
Trennen Sie im CRM QR-Scans von Website-Besuchen und eingehenden Rückrufen; mehrere Ereignisse können zu derselben Person gehören. Als qualifizierte Anfrage zählt erst ein Kontakt mit passendem Objekt im Montagegebiet, geklärter Entscheidungsbefugnis und konkretem PV-Interesse. Angebote und beauftragte Anlagen erhalten eigene Statuswerte, damit ein QR-Scan niemals als Verkaufschance oder Auftrag mitgezählt wird.
Die Zielwerte kommen aus Ihrer Kalkulation: Im Rechenbeispiel ergeben 500 € Akquiselimit je Auftrag bei angenommenen 20 % Abschlussquote höchstens 100 € je qualifizierter Anfrage. Dafür benötigen Sie rechnerisch 5 qualifizierte Anfragen je Auftrag; die Quote bezieht sich ausdrücklich auf diese Anfragen, nicht auf Seitenbesuche. Rechnen Sie Anzeigenkosten, Briefkosten und zurechenbare Vertriebszeit ein, damit der Kanalvergleich dieselbe Kostenbasis verwendet.
Prüfen Sie nach 8 Wochen Kosten und Status aller Kontakte desselben Startzeitraums; noch offene Angebote bleiben offen und werden später erneut ausgewertet. Telefonisch fassen Sie bei privaten Hauseigentümern nur mit entsprechender Einwilligung nach, etwa aufgrund eines ausdrücklich gewünschten Rückrufs gemäß § 7 UWG. Ein Briefversand oder QR-Scan allein erlaubt keinen Werbeanruf.
Was kostet eine Kampagne und wann verdient sie sich zurück?
Eine Kampagne mit 250 Briefen kostet im Profi-Paket 699 € monatlich; mit angenommenen 300 € interner Arbeit beträgt der Aufwand im folgenden Rechenbeispiel 999 €. Ein Auftrag mit 3.000 € Deckungsbeitrag deckt diesen Aufwand rechnerisch, während die liquiditätsbezogene Amortisation nach 8 Wochen hier ausdrücklich eine vollständige Kundenzahlung in Woche 8 voraussetzt.
Nach dem bereitgestellten Postry-Preisverzeichnis, also nach Anbieterangaben, kostet Start 349 €/Monat einschließlich 100 Briefen, Profi 699 €/Monat einschließlich 250 Briefen und Enterprise 1.499 €/Monat einschließlich 600 Briefen. Zusätzliche Handwerksbriefe kosten entsprechend 3,70 €, 3,20 € und 2,70 € je Brief. Diese Zusatzbriefpreise gelten für Mengen oberhalb des jeweiligen Inklusivkontingents, nicht als Rechenbasis für bereits enthaltene Briefe.
Bei vollständiger Nutzung und Zuordnung des gesamten Profi-Pakets zu dieser Kampagne entfallen rechnerisch rund 2,80 € Paketkosten auf jeden der 250 Briefe. Das ist eine Kostenumlage einschließlich der Paketleistungen, kein separat ausgewiesener Versandpreis. Bleibt das Abonnement für weitere Monate bestehen, müssen Sie deren Gebühren zusätzlich berücksichtigen; das folgende Modell ordnet ausschließlich einen Paketmonat zu.
Hypothetisches Rechenbeispiel für einen Betrieb mit 15 Mitarbeitern
Angenommen, ein Solarbetrieb mit 15 Mitarbeitern versendet 250 Briefe in seinem Montagegebiet: 2 % Reaktion ergeben 5 Anfragen, davon führen 60 % zu 3 Terminen. Eine Abschlussquote von einem Drittel bezogen auf diese Termine ergibt rechnerisch 1 Auftrag. Sämtliche Quoten sind hypothetische Rechenannahmen, keine gemessenen Rücklaufwerte oder Erfolgsprognosen.
Bei 15.000 € Netto-Auftragswert und angenommenen 20 % Deckungsbeitrag verbleiben nach den auftragsbezogenen variablen Kosten 3.000 €. Davon gehen 699 € Paketkosten und angenommene 300 € interne Arbeit für Bearbeitung und Vertrieb ab: Der verbleibende Deckungsbeitrag beträgt 2.001 €, vor weiteren betrieblichen Fixkosten und Steuern. Material, Montage und sonstige variable Auftragskosten müssen bereits in der angenommenen Deckungsbeitragsquote berücksichtigt sein.
Rechnerische Kostendeckung bedeutet noch keinen Zahlungseingang. Die Amortisation nach 8 Wochen gilt in diesem Modell nur, wenn der Kunde in Woche 8 vollständig bezahlt und sämtliche angesetzten Auszahlungen berücksichtigt sind; spätere Zahlungen verschieben diesen Zeitpunkt. Ohne Abschluss entstehen im selben Modell 999 € Verlust, während offene Angebote noch keinen Ertrag darstellen.
Eine Plattformbewertung ersetzt deshalb keine Rücklaufmessung: Die Auswertung der Postry-Plattform, Stand 02.11.2026, weist bei 43.293 geprüften Gebäuden einen Anteil von 2,8 % mit einer Trefferbewertung ab 70 Punkten aus. Diese Gebäudekennzahl belegt weder Kaufbereitschaft noch die hier angenommene Reaktionsquote von 2 %. Kalkulieren Sie Ihre nächste Versandmenge anhand tatsächlich erzielter Deckungsbeiträge und verfügbarer Montagekapazität, nicht anhand der Zahl erkannter Dächer.
Welche regionalen und rechtlichen Grenzen müssen Sie beachten?
Prüfen Sie Luftbilder für jedes Montagegebiet auf Aufnahmedatum und Nutzungsrechte; ein landesweit einheitliches Bildalter dürfen Sie weder für Nordrhein-Westfalen noch für Baden-Württemberg unterstellen. Postalische PV-Werbung kommt nach dokumentierter Interessenabwägung gemäß DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f infrage, während E-Mail und Telefon den zusätzlichen Anforderungen des § 7 UWG unterliegen.
Im Geoportal NRW prüfen Sie beim ausgewählten Orthofoto die Metadaten zum Befliegungsdatum und die Lizenzbedingungen des konkreten Datensatzes. Bei Angeboten des LGL Baden-Württemberg kontrollieren Sie ebenfalls Aufnahmezeitpunkt und Nutzungsbedingungen des jeweiligen Bildprodukts beziehungsweise Dienstes. Das Aktualisierungsdatum eines Portals ist kein Beleg für das Alter der Dachaufnahme; auch frei einsehbare Bilder sind nicht automatisch für jede Weiterverwendung freigegeben. Dokumentieren Sie die für Ihre Auswertung maßgeblichen Bedingungen und erforderlichen Quellenangaben.
Kommunale Wärmeplanung kann in beiden Bundesländern einen Elektrifizierungsanlass liefern, etwa wenn Gebäudeeigentümer außerhalb vorgesehener Wärmenetzgebiete über Wärmepumpen nachdenken. Sie beweist weder eine bevorstehende Heizungsumstellung noch PV-Kaufabsicht und ersetzt keine Prüfung der örtlichen Planung. Knapp 106.200 MW Nennleistung bei knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen Ende 2025 nennt das Statistische Bundesamt (Destatis), 2026. Diese nationalen Bestandszahlen sagen jedoch nicht, wie viele geeignete, unbelegte Dächer in Ihrem Montagegebiet verbleiben.
Für adressierte Briefwerbung dokumentieren Sie Werbezweck, Erforderlichkeit und die Abwägung mit den Interessen der Betroffenen. Erfüllen Sie die Informationspflichten nach DSGVO Art. 13 beziehungsweise Art.
14 passend zur Datenherkunft und weisen Sie deutlich auf das Widerspruchsrecht nach Art. 21 hin. Nach einem Werbewiderspruch darf keine weitere Direktwerbung an diese Person erfolgen; eine auf das Erforderliche beschränkte Sperrliste verhindert erneute Anschreiben.
E-Mail-Werbung benötigt regelmäßig eine vorherige Einwilligung; die Bestandskundenausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG ist eng begrenzt. Werbeanrufe bei Privatpersonen verlangen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, bei Unternehmen mindestens eine mutmaßliche Einwilligung. Ein geeignetes Gewerbedach allein begründet diese nicht, und ein Brief schafft keine Erlaubnis für anschließende Werbeanrufe.
Grundbuchordnung § 12 setzt für die Grundbucheinsicht ein dargelegtes berechtigtes Interesse voraus; das Grundbuch ist kein öffentliches Adressverzeichnis für Akquise. Eigentümernamen stehen daher nicht frei per Schnittstelle zur Verfügung, und eine Gebäudeadresse belegt keine Eigentümeridentität. Erfassen Sie QR-Aufrufe möglichst kampagnenbezogen statt personenbezogen, verzichten Sie auf unnötige Gerätekennungen und halten Sie technische Protokolle kurz. Individuelle QR-Kennungen können personenbezogen sein; prüfen Sie dafür Rechtsgrundlage und Transparenz gesondert und setzen Sie nicht erforderliche Tracking-Techniken nur mit erforderlicher Einwilligung ein.
Diese Hinweise sind rechtliche Orientierung, keine Rechtsberatung. Lassen Sie insbesondere Datenbezug, Werbeansprache und Messverfahren vor dem Einsatz im konkreten Betrieb prüfen.
Welche Fehler verteuern einen PV-Auftrag am stärksten?
Ungeeignete Kontakte und eine schwache Abschlussquote verteuern Ihre PV-Akquise am stärksten: Im hypothetischen Rechenbeispiel kosten 20 ungeeignete Kontakte zu angenommenen 100 € insgesamt 2.000 € ohne verwertbare Verkaufschance. Halbiert sich die Abschlussquote bei ebenfalls angenommenen 100 € Anfragekosten von 20 % auf 10 %, steigen die Akquisekosten je Auftrag von 500 € auf 1.000 €.
Ungeeignete Kontakte vor dem Aufmaß aussortieren
Die erste Verlustrechnung unterstellt, dass sämtliche 20 Kontakte für Ihren Betrieb ungeeignet sind und daraus kein Auftrag entsteht. Die 100 € je Kontakt sind eine hypothetische Rechenannahme, kein belegter Marktpreis; Kosten für Rückfragen oder vergebliche Anfahrten wären zusätzlich anzusetzen. Prüfen Sie deshalb vor einem Vor-Ort-Termin die Entscheidungsbefugnis, das konkrete Objekt und den Jahresstromverbrauch in kWh anhand der verfügbaren Angaben.
Klären Sie außerdem den gewünschten Umsetzungszeitraum und die Lage im eigenen Montagegebiet. Ein Eigentümer mit passendem Dach, aber einem Bauvorhaben außerhalb Ihres Einsatzradius, ist für Ihre aktuelle Kapazitätsplanung kein geeigneter Kontakt. Eine Luftbildbewertung ersetzt keine Anfrage: Sie liefert Hinweise auf Dachfläche und Verschattung, jedoch keinen Nachweis für Kaufabsicht oder Entscheidungsbefugnis.
Abschlussverluste und ungeeignete Zusatzbriefe getrennt rechnen
Die zweite hypothetische Verlustrechnung hält die Anfragekosten konstant: Bei 20 % Abschlussquote benötigen Sie rechnerisch fünf Anfragen für einen Auftrag, bei 10 % dagegen zehn. Der Unterschied beträgt 500 € zusätzliche Akquisekosten je gewonnenem Auftrag, nicht einen höheren Verkaufspreis der Anlage. Prüfen Sie verlorene Angebote auf dokumentierte Gründe, bevor Sie weitere Anfragen einkaufen; fehlende Finanzierung verlangt eine andere Reaktion als ein unpassender Montagetermin.
Die dritte hypothetische Verlustrechnung betrifft 100 unpassend ausgewählte Zusatzbriefe: Im Profi-Handwerkstarif kosten diese nach Anbieterangaben jeweils 3,20 €, zusammen also 320 € zusätzlich zum Paketpreis. Diese Rechnung setzt voraus, dass die enthaltene Briefmenge bereits ausgeschöpft ist. Kontrollieren Sie vor dem Versand insbesondere bereits belegte Dächer und Adressen außerhalb Ihres Montagegebiets, statt eine hohe Trefferbewertung mit sicherem Bedarf gleichzusetzen.
Nachfrage und Mehrfachkontakte sauber unterscheiden
Vergeben Sie pro Anfrage eine einheitliche Anfrage-ID und führen Sie Google-Kontakt, QR-Code-Aufruf und späteren Rückruf darunter zusammen, soweit die Zuordnung zulässig und nachvollziehbar ist. Drei Kontaktpunkte derselben Anfrage sind keine drei neuen Verkaufschancen. Andernfalls erscheinen Ihre Anfragekosten zu niedrig und Ihre Abschlussquote schlechter, als sie tatsächlich ist.
Das Statistische Bundesamt (Destatis), 2026, nennt für Ende 2025 knapp 4,8 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland. Diese nationale Bestandszahl ist ausdrücklich kein Beleg für lokale Nachfrage in Ihrem Montagegebiet. Für zusätzliche Aufträge zählen dort qualifizierte Anfragen und tatsächlich verfügbare Montageplätze.
Was sich 2026 verändert hat
Die 2026 veröffentlichten Zahlen für 2025 zeigen keinen einheitlichen Nachfrageboom: BSW-Solar nennt rund 17,5 GW Photovoltaikzubau insgesamt, davon rund 5,2 GW auf Dächern von Privathäusern und kleinen Gewerbebetrieben. Gleichzeitig meldet der ZVEH, 2026, einen Rückgang der durch Elektrohandwerksbetriebe installierten Anlagen von 395.000 auf 355.000 Anlagen, rechnerisch rund 10,1 %. Für Ihre Akquiseplanung heißt das: Leiten Sie aus dem bundesweiten Leistungszubau keine steigende Zahl privater Dachaufträge ab.
Die Größen beschreiben unterschiedliche Ausschnitte des Marktes. Gigawatt messen die installierte Leistung, Anlagenzahlen dagegen die Zahl der Installationen; größere Projekte können deshalb den Leistungszubau stützen, während weniger einzelne Anlagen gebaut werden. Auch die 5,2 GW sind kein reiner Privatkundenwert, weil BSW-Solar, 2026, darin kleine Gewerbebetriebe einschließt. Für einen Solarbetrieb mit etwa 15 Mitarbeitern ist diese Abgrenzung relevant, wenn Mannschaft und Vertrieb überwiegend auf Einfamilienhäuser ausgerichtet sind.
Die zusätzlich übermittelten ZVEH-Angaben zu rund 450.000 Dachanlagen und einer Beteiligung des Elektrohandwerks von rund 72 % ergeben rechnerisch nicht die ebenfalls genannten 355.000 Anlagen. Ohne geklärte Abgrenzung dürfen diese Angaben weder miteinander verrechnet noch als gegenseitige Bestätigung verwendet werden. Der Rückgang um rund 10,1 % bezieht sich ausschließlich auf das genannte Zahlenpaar 395.000 und 355.000; er ist keine Aussage über die Abschlussquote eines einzelnen Solarbetriebs.
Der bereits genannte Anlagenbestand entspricht laut Statistischem Bundesamt (Destatis), 2026, Ende 2025 einer Nennleistung von rund 106.200 MW. Ein Bestand beschreibt jedoch die bis zum Stichtag installierte Basis, nicht die im nächsten Quartal kaufbereiten Hauseigentümer. Weder daraus noch aus dem Gesamtzubau lässt sich ableiten, wie viele wirtschaftlich geeignete, bislang unbelegte Dächer in Ihrem Einzugsgebiet tatsächlich zu Aufträgen werden.
Für die Kostenentwicklung einzelner Akquisekanäle und deren Sättigung liegen hier keine belastbaren Zeitreihen vor. Deshalb wären Aussagen wie „Google Ads ist 2026 teurer geworden“ oder „Leadportale sind ausgeschöpft“ unbelegt. Vergleichen Sie stattdessen Ihre eigenen Kosten je qualifizierter Anfrage über gleich lange Zeiträume und bei unveränderten Qualifizierungskriterien. Massenkontakte ohne Prüfung von Dach, Entscheidungsbefugnis und Investitionsabsicht waren schon zuvor keine tragfähige Kalkulationsmethode und werden durch Marktgröße nicht wirtschaftlicher.
Auch unerbetene Privatkundenanrufe sind keine erst 2026 entstandene regulatorische Grenze: Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern erforderte bereits zuvor eine vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 UWG. Die Konsequenz für die Kundengewinnung ist deshalb keine neue Telefonstrategie, sondern eine engere Auswahl erreichbarer, fachlich passender Interessenten innerhalb Ihrer Montagekapazität.
Grenzen von Postry
Postry passt nicht, wenn Sie heute eine Sofortanfrage benötigen; ein Leadportal kann dann schneller sein als eine Briefkampagne. Bei den offengelegten 999 € Beispielkosten ist Postry außerdem nicht automatisch wirtschaftlicher als ein funktionierender Empfehlungsbestand: Entscheidend sind Ihre tatsächlichen Kosten je gewonnenem PV-Auftrag.
Empfehlungen mit belastbarer Abschlussquote sollten Sie deshalb weiter nutzen, statt sie durch bezahlte Ansprache zu ersetzen. Ein zusätzlicher Briefversand ist erst dann wirtschaftlich begründbar, wenn Sie freie Montagekapazität haben und der zusätzliche Deckungsbeitrag die vollständigen Akquisekosten deckt. Ein unbesetztes Montageteam allein macht eine Kampagne noch nicht rentabel.
Luftbilder liefern Schätzungen mit Konfidenz, keine Gutachten über Dachhaut, Tragfähigkeit oder nutzbare Modulfläche. Die Auswertung der Postry-Plattform, Stand 02.11.2026, nennt einen Median der erkannten Dachfläche von 147 m² bei einer Datenbasis von 1.000 Gebäuden; daraus folgt weder eine zugesicherte Anlagenleistung noch ein bestimmter Jahresertrag. Auch 70 Bewertungspunkte sind keine 70 % Abschlusswahrscheinlichkeit: Eine Gebäudebewertung ersetzt keine gemessene Vertriebsquote. Wie Sie solche Ergebnisse einordnen, erläutern die Methodik der Gebäudeauswahl und der Fachartikel Genauigkeit der KI-Bildauswertung von Dach und Grundstück.
Eigentümernamen sind nicht über eine öffentliche Grundbuchschnittstelle verfügbar; die Grundbucheinsicht setzt nach § 12 Grundbuchordnung ein berechtigtes Interesse voraus. Für Haushaltskampagnen liefert Postry Adressen, nicht automatisch die Namen der Eigentümer. Ein passendes Dach ist deshalb noch kein identifizierter Entscheider mit Investitionsabsicht.
QR-Codes erfassen zuordenbare Aufrufe, aber ohne ergänzende Erfassung weder alle Rückrufe noch jede Reaktion. Fragen Sie bei telefonischen Anfragen nach dem Anlass und hinterlegen Sie die Kampagnenzuordnung im CRM; ein Scan allein zählt nicht als qualifizierter PV-Lead. Der Fachartikel Briefwerbung mit QR-Code: Ablauf und messbare Ergebnisse beschreibt die Verbindung zwischen Versand und Anfrageerfassung.
Entscheiden Sie über Fortsetzung oder Stopp anhand der 999 € Beispielkosten und Ihrer eigenen Abschlussdaten, nicht anhand der Zahl attraktiver Dachflächen. Bei angenommenen 2 zurechenbaren Aufträgen ergeben sich rechnerisch 499,50 € Kampagnenkosten je Auftrag, vor zusätzlicher Vertriebsarbeit; bei keinem Auftrag lässt sich kein erfolgreicher Auftragspreis ausweisen. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Ergebnisprognose.
Legen Sie vor dem Versand fest, wann offene Angebote abschließend bewertet werden und welcher Deckungsbeitrag nach Akquisekosten verbleiben muss. Stoppen oder überarbeiten Sie die Kampagne, wenn sie nach diesem Prüfzeitraum Ihre Wirtschaftlichkeitsgrenze verfehlt. Postry kann die Auswahl und Zuordnung unterstützen, aber weder Kaufbereitschaft noch Aufträge zusichern.
Freie Montagekapazität in benötigte Anfragen übersetzen
Bestimmen Sie die zusätzlich lieferbaren Anlagen pro Monat. Teilen Sie diese Zahl durch Ihre gemessene Abschlussquote aus qualifizierten Anfragen; bei angenommenen 4 Anlagen und 20 % sind es 20 Anfragen.
Montagegebiet und Auswahlkriterien festlegen
Begrenzen Sie das Gebiet nach wirtschaftlich vertretbarer Anfahrt. Prüfen Sie Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung und sichtbaren Anlagenbestand; speichern Sie Quelle und Bilddatum.
Datengrundlage und Ansprache prüfen
Trennen Sie Gebäudeadressen von nachweislich recherchierten Eigentümernamen. Dokumentieren Sie Interessenabwägung, Informationspflichten und Widerspruchsprozess, bevor Sie Briefe versenden.
Einen prüfbaren Anlass formulieren
Bieten Sie eine Dach- und Verbrauchsprüfung statt eines zugesagten Ertrags an. Kennzeichnen Sie Luftbildaussagen als vorläufig und nennen Sie die Voraussetzungen für Aufmaß und Angebot.
Brief, Landingpage und CRM verbinden
Leiten Sie den QR-Code auf eine passende PV-Seite mit Leistungsgebiet und Anfrageformular. Erfassen Sie telefonische Rückmeldungen mit derselben Kampagnenkennung und vermeiden Sie unnötige personenbezogene Trackingdaten.
Anfragen vor dem Vor-Ort-Termin qualifizieren
Prüfen Sie Entscheidungsbefugnis, Dachzustand, Verbrauch und Zeitplan. Vereinbaren Sie weitere Kontakte im zulässigen Rahmen und lehnen Sie ungeeignete Projekte früh ab.
Nach Aufträgen statt nach Scans entscheiden
Werten Sie nach 8 Wochen als organisatorischem Richtwert erstmals aus und führen Sie offene Angebote weiter. Skalieren Sie nur, wenn vollständige Akquisekosten und belegter Deckungsbeitrag zu Ihren freien Montageterminen passen.
Vergleich der Alternativen
| Kanal | Kosten je qualifizierter Anfrage | Kosten je Auftrag | Vorlaufzeit | Steuerbarkeit und Eignung |
|---|---|---|---|---|
| Leadportal | Anbieterangebot ÷ qualifizierte Anfragen; Modellgrenze 100 € | Bei 100 € und angenommenen 20 % Abschlussquote: 500 € | Kürzer als Briefwerbung möglich; Lieferfähigkeit prüfen | Für kurzfristigen Bedarf eher geeignet als Postry; Exklusivität und Qualifizierung vertraglich prüfen |
| Google Ads | Anzeigen-, Seiten- und Betreuungskosten ÷ qualifizierte Anfragen; Modellgrenze 100 € | Bei 100 € und angenommenen 20 % Abschlussquote: 500 € | Ab Kampagnenstart möglich, keine feste Anfragefrist | Gebiet und Budget einstellbar; Nachfrage und Suchbegriffe bestimmen das Potenzial |
| Social Ads, etwa Meta Ads | Anzeigen-, Inhalts- und Bearbeitungskosten ÷ qualifizierte Anfragen; Modellgrenze 100 € | Bei 100 € und angenommenen 10 % Abschlussquote: 1.000 € | Ab Kampagnenstart möglich, Qualifizierung erforderlich | Budget einstellbar; Modellquote ist keine Aussage über tatsächliche Meta-Ergebnisse |
| Telefonakquise | Arbeits- und Datenkosten ÷ rechtmäßig gewonnene qualifizierte Anfragen | Vollkosten ÷ Aufträge; ohne eigene Daten nicht bezifferbar | Nur bei rechtlich zulässigem Kontakt | Private Kaltanrufe ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ausgeschlossen |
| Empfehlung | Betreuungs- und gegebenenfalls Prämienkosten ÷ qualifizierte Anfragen | Vollkosten ÷ Aufträge; nicht automatisch kostenlos | Abhängig vom bestehenden Kundenbestand | Bei tragfähigem Empfehlungsbestand zunächst sinnvoller als ein zusätzlicher bezahlter Kanal |
| Adressierte Briefwerbung mit QR-Code | Rechenbeispiel: 999 € Vollkosten ÷ 5 angenommene qualifizierte Reaktionen = 199,80 € | Rechenbeispiel: 999 € ÷ 1 angenommenen Auftrag = 999 € | Erste Auswertung nach 8 Wochen als organisatorischer Richtwert | Gebäudeauswahl und Versandmenge steuerbar; Interesse und Reaktionszeit nicht steuerbar |
Regionale Hinweise Deutschland
- Nordrhein-Westfalen: Bei Geoportal NRW Aufnahmezeitpunkt, Auflösung und Nutzungsbedingungen des jeweils verwendeten Luftbildes prüfen; keine pauschale Aktualität für alle Kommunen unterstellen.
- Baden-Württemberg: Bei LGL Baden-Württemberg dieselben Metadaten prüfen und Dachbelegungen vor einem konkreten Angebot am Objekt bestätigen.
- Kommunale Wärmeplanung: Veröffentlichte kommunale Planstände getrennt von Gebäudeeignung und Eigentümerinteresse behandeln; ein Wärmeplangebiet ist kein Nachweis für PV-Nachfrage.
- Regionale Erträge: Einen spezifischen Jahresertrag nicht bundesweit pauschalisieren; Standort, Dachausrichtung und Verschattung in der Angebotserstellung prüfen.
Glossar
Begriffe kurz erklärt
- Qualifizierter PV-Lead
- Eine konkrete Anfrage, bei der Objekt, Entscheidungsbefugnis, Montagegebiet und grundsätzlicher Projektwunsch geprüft wurden; eine Gebäudeadresse allein ist kein Lead.
- Kosten je qualifizierter Anfrage
- Sämtliche einer Kampagne zurechenbaren Kosten geteilt durch die Anzahl ihrer qualifizierten Anfragen, einschließlich relevanter interner Bearbeitung.
- Kosten je Auftrag
- Die vollständigen Akquisekosten einer abgegrenzten Kampagne geteilt durch die daraus tatsächlich gewonnenen Aufträge.
- Deckungsbeitrag
- Auftragserlös abzüglich der für die Rechnung definierten variablen Auftragskosten; ob Akquisekosten bereits abgezogen sind, muss ausdrücklich angegeben werden.
- Spezifischer PV-Ertrag
- Jährlich erzeugte elektrische Energie je installierter Anlagenleistung, angegeben in kWh/kWp; abhängig unter anderem von Standort, Ausrichtung und Verschattung.
- Trefferbewertung
- Eine Bewertung der Übereinstimmung eines Gebäudes mit definierten Auswahlmerkmalen; die Punktzahl ist weder Kaufabsicht noch Abschlusswahrscheinlichkeit.
- Response-Quote
- Der Anteil eindeutig zugeordneter Reaktionen an den versandten oder zugestellten Briefen; Bezugsgröße und Reaktionsdefinition müssen vor der Auswertung feststehen.
- Abschlussquote
- Anteil gewonnener Aufträge an einer festgelegten Ausgangsmenge, etwa qualifizierten Anfragen oder Terminen; unterschiedliche Nenner sind nicht direkt vergleichbar.
- Kampagnenzuordnung
- Die nachvollziehbare Zuordnung einer Anfrage und ihres späteren Auftrags zu einer Akquisemaßnahme, ohne mehrfach gemeldete Kontakte doppelt zu zählen.
Praxis-Tools
Checklisten und Muster-Anschreiben zum Mitnehmen
Direkt einsatzbereit, ohne Anmeldung. Passagen in eckigen Klammern ersetzen und im Namen Ihres Betriebs verwenden.
Muster-Anschreiben
Muster-Anschreiben: Solar auf freiem Süddach
Anschreiben mit konkreter Ertragszahl und QR-Code-Hinweis für Photovoltaik-Betriebe.
Betreff: Ihr Dach in der [Straße] – rechnerisch [9.400] kWh Solarstrom im Jahr
Guten Tag,
wir haben die Dachflächen in Ihrer Straße anhand offener Solardaten ausgewertet. Ihr Dach ist nach Süd-West ausgerichtet, kaum verschattet und bisher ohne Module. Rechnerisch ergeben sich daraus rund [9.400] kWh Stromertrag pro Jahr.
Das entspricht bei aktuellen Preisen etwa [2.800] Euro Ersparnis jährlich – ohne dass Sie Ihr Dach vorher öffnen müssen.
Scannen Sie den QR-Code auf der Rückseite: Dort sehen Sie Ihre Dachfläche, die Ertragsrechnung und können in zwei Minuten einen Termin anfragen.
Freundliche Grüße
[Name], [Betrieb] · Rückfragen direkt: [Telefonnummer]
Arbeitsblatt
Arbeitsblatt: Kampagne durchrechnen
Rechenschema von Briefmenge über Response bis zu Kosten pro Auftrag und Deckungsbeitrag.
- 1.Briefe geplant: ______ Stück
- 2.Kosten je Brief (Druck + Porto): ______ €
- 3.Kampagnenkosten gesamt: Briefe × Kosten = ______ €
- 4.Erwartete Response-Quote: ______ % → Reaktionen: ______
- 5.Terminquote aus Reaktionen: ______ % → Termine: ______
- 6.Abschlussquote aus Terminen: ______ % → Aufträge: ______
- 7.Durchschnittlicher Auftragswert: ______ €
- 8.Umsatz: Aufträge × Auftragswert = ______ €
- 9.Kosten pro Auftrag: Kampagnenkosten ÷ Aufträge = ______ €
- 10.Deckungsbeitrag: Umsatz × Marge − Kampagnenkosten = ______ €
Checkliste
Checkliste: QR-Landingpage, die Anfragen bringt
Alles, was auf der mobilen Seite hinter dem QR-Code stehen muss.
- 1.Bezug zum Haus in der Überschrift (Straße oder Dachbild).
- 2.Ein einziges Ziel: Termin anfragen oder Rückruf.
- 3.Telefonnummer als Tap-to-Call sichtbar ohne Scrollen.
- 4.Formular mit maximal vier Feldern.
- 5.Logo, Farben und Firmenname des Betriebs.
- 6.Zwei Referenzen aus der Region mit Ort.
- 7.Antwortzeit nennen („Rückruf innerhalb von 24 Stunden“).
- 8.Ladezeit unter zwei Sekunden auf Mobilfunk.
- 9.Datenschutzhinweis und Impressum verlinkt.
- 10.Scans und Absendungen je Kampagne messen.
FAQ
Häufige Fragen
- Wie gewinnen Solarbetriebe planbar neue Kunden?
- Solarbetriebe gewinnen planbarer Kunden, indem sie freie Montageterminen in einen konkreten Anfragebedarf übersetzen und jeden Kanal bis zum Auftrag messen. Bei angenommenen 20 % Abschlussquote brauchen Sie 5 qualifizierte Anfragen je Auftrag. Begrenzen Sie Ihr Montagegebiet, prüfen Sie Dach und Entscheidungsbefugnis und steuern Sie das Budget anhand vollständiger Akquisekosten.
- Welche Marketingkanäle funktionieren für Photovoltaik-Betriebe in Deutschland?
- Für Photovoltaik-Betriebe kommen Suchanzeigen, lokale Suchmaschinenoptimierung, Empfehlungen, Leadportale und dachbezogene Briefwerbung infrage. Wählen Sie nach Montagekapazität und vorhandener Nachfrage, nicht nach pauschalen Erfolgsversprechen. Ein Vergleich von 6 Kanälen ist erst belastbar, wenn Anfragequalität und Kosten gleich definiert sind. Social Ads benötigen ebenfalls eine konsequente Qualifizierung der eingehenden Kontakte.
- Was kostet ein qualifizierter PV-Lead?
- Ein belastbarer allgemeiner Preis für qualifizierte PV-Leads lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten. Berechnen Sie Ihren zulässigen Preis rückwärts: Bei angenommenen 500 € Akquiselimit je Auftrag und 20 % Abschlussquote sind höchstens 100 € je qualifizierter Anfrage tragbar. Das ist eine betriebliche Rechengrenze, kein erhobener Marktpreis.
- Wie kann ein Solarteur über Google mehr Anfragen erhalten?
- Ein Solarteur erhält über Google gezieltere Anfragen durch ein gepflegtes Unternehmensprofil, regionale Leistungsseiten und auf sein Montagegebiet begrenzte Suchanzeigen. Führen Sie Nutzer auf eine passende PV-Landingpage statt auf eine allgemeine Startseite. Messen Sie mindestens 2 Ergebnisse getrennt: qualifizierte Anfragen und daraus gewonnene Aufträge, einschließlich später telefonisch gemeldeter Abschlüsse.
- Lohnt sich SEO für einen Photovoltaik-Betrieb?
- SEO lohnt sich, wenn Sie dauerhaft im selben Gebiet arbeiten und eigene lokale Fachinhalte pflegen können. Für eine unmittelbar freie Montagewoche ist SEO kein verlässlicher Ersatz für bestehende Nachfragequellen. Teilen Sie sämtliche Erstellungs- und Pflegekosten durch die tatsächlich gewonnenen Aufträge; bei angenommenen 3.000 € und 6 Aufträgen sind das 500 €.
- Wie erstellt man eine überzeugende PV-Landingpage?
- Eine überzeugende PV-Landingpage verbindet ein konkretes regionales Angebot mit überprüfbaren Angaben und einem eindeutigen Anfrageweg. Zeigen Sie eigene Referenzen und erklären Sie die Voraussetzungen Ihrer Ertragsrechnung. Fragen Sie beispielsweise 4 Angaben ab: Objektadresse, Entscheidungsbefugnis, Jahresstromverbrauch und gewünschten Umsetzungszeitraum. Eine Luftbildschätzung darf dabei nicht als fertige Anlagenplanung erscheinen.
- Wie viele Leads braucht ein Solarbetrieb für einen Auftrag?
- Bei angenommenen 20 % Abschlussquote braucht ein Solarbetrieb rechnerisch 5 qualifizierte Leads je Auftrag. Bei 10 % sind es 10, bei 25 % sind es 4. Verwenden Sie ausschließlich vergleichbar qualifizierte Anfragen als Nenner. Adressen, QR-Scans und Landingpage-Besuche sind keine gleichwertigen Leads und dürfen diese Quote nicht verwässern.
- Wie können Solarbetriebe regional und ohne Leadportale Kunden gewinnen?
- Regional können Solarbetriebe über Empfehlungen, lokale Google-Sichtbarkeit, Kooperationen mit Dachdeckern und gezielte Briefe an geeignete Gebäude Kunden gewinnen. Wählen Sie für einen Test beispielsweise 250 passende Adressen statt einer unselektierten Verteilung. Diese Menge ist eine Versuchsplanung, keine Erfolgsgarantie. Prüfen Sie die Wirtschaftlichkeit anhand gewonnener Aufträge und eigener Bearbeitungskosten.
- Darf ich Hauseigentümer wegen einer Solaranlage anschreiben?
- Postalische PV-Werbung kann auf Grundlage einer dokumentierten Interessenabwägung zulässig sein, ist aber keine pauschal erlaubte Datennutzung. Prüfen Sie DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f, Informationspflichten nach Art. 13/14 und Widersprüche nach Art. 21. Das Grundbuch ist nicht öffentlich frei zugänglich. Für Werbeanrufe bei Privatpersonen verlangt § 7 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung.
- Wie berechne ich den PV-Ertrag für einen Akquisebrief?
- Berechnen Sie einen vorläufigen PV-Ertrag aus geschätzter Anlagenleistung und standortbezogenem spezifischem Jahresertrag. Bei angenommenen 10 kWp und einem ungemessenen Richtwert von 950 kWh/kWp entstehen rechnerisch 9.500 kWh jährlich. Kennzeichnen Sie das als Modellrechnung. Dachbelegung, Ausrichtung und Verschattung müssen geprüft werden; eine Euro-Ersparnis benötigt zusätzlich Verbrauchsprofil und Strompreisannahmen.
Behandelte Themen
- Postry
- Mike Sorce
- Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)
- Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)
- Statistisches Bundesamt (Destatis)
- OpenStreetMap
- Geoportal NRW
- LGL Baden-Württemberg
- Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister
- Google Ads
- Meta Ads
- Google Unternehmensprofil
- DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f
- § 7 UWG
- Grundbuchordnung § 12
Quellen und Belege
- https://www.autarc.energy/wissen/pv-nachfrage-kapazitat-installationsbetriebe
- https://www.tga-fachplaner.de/meldungen/marktdaten-2025-photovoltaik-und-stromspeicherinstallationen-ruecklaeufig
- https://www.solarserver.de/2026/03/20/zveh-fruehjahrkonjunkturumfrage-e-handwerk-zieht-sich-aus-photovoltaik-zurueck/
- https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_N017_43.html
- https://www.photovoltaik.eu/foerderung/solarzubau-deutschland-bleibt-2025-stabil-bei-175-gigawatt
- https://sunsideai.de/sichtbarkeit/solar
- https://www.pv-magazine.de/2026/03/20/elektrohandwerk-verzeichnet-weitere-rueckgaenge-bei-photovoltaik-und-batteriespeichern/
- https://www.solarwirtschaft.de/datawall/uploads/2026/01/BSW-Solar-Verbandsstatistik_PV_Q4-2025_final.pdf
- https://www.solarwirtschaft.de/datawall/uploads/2025/10/BSW-Solar_Fact_sheet_Solar_PV.pdf
- https://www.photovoltaik.eu/foerderung/ews-analyse-2025-stagnierend-kommt-jetzt-aufwind
- Vom Nutzer bereitgestellter Rechercheauszug; Veröffentlichung 2026, Bezugsjahr 2025.
- Vom Nutzer bereitgestellter Rechercheauszug; Dachsegment nicht mit sämtlichen Dachanlagen gleichsetzen.
Angaben zu Kosten, Quoten und Fristen sind Erfahrungs- und Marktwerte. Bitte für den eigenen Betrieb und das eigene Bundesland prüfen. Es gelten unsere Redaktionsrichtlinien.
Alle Beiträge dieses Leitfadens
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